Krefeld: Rheinbahn verweigert Weiterfahrt

Krefeld : Rheinbahn verweigert Weiterfahrt

Die Rheinbahnfahrt am Morgen des 7. Januar wird Erika L.* nicht so schnell vergessen. Morgens um neun Uhr wollte sie mit der Rheinbahn von Meerbusch nach Krefeld fahren. Mit rund 40 Minuten Verspätung kam die U 76 endlich in Meerbusch an. Die Anzeige habe „Rheinstraße“ als Endstation angezeigt. Doch die Fahrt dauerte nicht so lange. An der Haltestelle Dießem seien die Fahrgäste mit der Aussage „Hier ist Endstation“ aufgefordert worden, auszusteigen. Erika L. aber wollte in die Innenstadt, wo sie um zehn Uhr in einem Geschäft als Verkäuferin arbeiten musste.

„Viele Überstunden“

Mit mehreren Fahrgästen ging sie nach vorne zum Schaffner und fragte, was los sei: „Der Schaffner sagte, er hätte schon so viele Überstunden. Er könne nicht bis zur Rheinstraße fahren.“ Zu Fuß musste Erika L. durch die winterliche Kälte in die Innenstadt gehen. Eine halbe Stunde war sie unterwegs, völlig durchgefroren kam sie im Geschäft an.

Rheinbahn-Sprecher Eckhard Lander wies die Vorwürfe zurück. Der Fahrer habe ihm erklärt, dass er von der Leitstelle die Anweisung gehabt habe, in Dießem umzukehren. Der Grund: Die Bahn hatte rund 40 Minuten Verspätung. Von Überstunden habe er gegenüber den Fahrgästen nicht gesprochen. „Der Mann ist seit 1987 bei der Rheinbahn. Ich kann mir nicht vorstellen, dass der sich so vergaloppiert“, sagte Lander. „Da müsste die Frau ihre Aussage schon bezeugen.“

Ist Erika L. dazu bereit? „Natürlich. Das ist alles so passiert. Meine Schilderung würde ich auch bezeugen“, erklärte sie.

* Name ist der Redaktion bekannt.

(RP)
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