Krefeld: Kirmesplatz Hüls soll neugestaltet werden

Krefeld : Kirmesplatz Hüls soll neugestaltet werden

Gestern Abend stellte die Verwaltung in der Bezirksvertretung Hüls die Pläne zur Neugestaltung des hässlichen Platzes an der ehemaligen Feuerwache vor. Die Bezirksvertreter beschlossen schließlich die erste von vier Varianten.

Der ebenso hässliche wie als Parkplatz unverzichtbare Fest- und Kirmesplatz im Hülser Ortskern soll endlich neu gestaltet werden. Wie die Verwaltung in ihrer Vorlage euphemistisch formuliert, weise der Platz "ein uneinheitliches, gestaltungsarmes Gesamtbild" auf, bevor sie die Begriffe anführt, die der Realität klarer entsprechen: "Die Oberfläche des Platzes befindet sich in einem desolaten Zustand (Stolperfallen, Pfützenbildung bei Regen)." Ebenso befinde sich die Fläche vor der Fahrschule und dem Gastronomiebetrieb an der Straße Auf dem Graben in einem "heruntergekommenen Zustand". Daher seien diese Flächen und der Festplatz "einer Neugestaltung zu unterziehen, um den heutigen Gestaltungsansprüchen gerecht zu werden".

Zu der Umgestaltung soll auch die Verbreiterung Straße Auf dem Graben gehören, damit zwischen Bruckersche- und Kreuzstraße ein Beidrichtungsverkehr ermöglicht werden kann. Der ist verkehrrechtlich zwar schon heute gestattet, wegen der Enge der Straße und der am Straßenrand parkenden Autos faktisch aber so gut wie unmöglich. Daher sollen die bestehende Straße auf 6,50 Meter und der südliche Gehweg auf zwei Meter verbreitert werden. Zusätzlich ist auf der nördlichen Seite der Straße ein ebenfalls zwei Meter breiter Gehweg vorgesehen. Vor dem Neubau mit zehn Wohnungen und einer Gewerbeeinheit an der Seite der ehemaligen Feuerwache muss in acht Meter Abstand eine Aufstellfläche für Einsatzwagen der Feuerwehr freigehalten werden.

Um all das zu realisieren, müssen die Platzkante an der Straße Auf dem Graben um vier Meter zurückverlegt und die dort vorhandenen Bäume gefällt werden. Auch die Mauern im südlichen Platzbereich müssen abgebrochen und - um das Maß der beabsichtigen Verbreiterungen der Straße und des Gehwegs versetzt - neu erstellt werden. Die Mauer entlang der Bruckerschen Straße soll saniert werden. Dasselbe gilt für die Treppe, die vom Ortskern auf den Kirmesplatz führt. Die Treppe neben der ehemaligen Feuerwache wird in der Verwaltungsvorlage als "in einem guten Zustand" befindlich beschrieben und soll bestehen bleiben.

Nach der Vorentwurfsplanung erhält die Platzfläche ein Betonsteinpflaster, das für die Nutzungen als Park- sowie als Kirmes- und Festplatz geeignet ist. Darüber hinaus sind Ladestationen für zwei Elektroautos und zwei Elektrofahrräder vorgesehen. Die Pkw-Stellplätze werden farblich abgesetzt und auf diese Weise erkennbar geordnet, damit die Platzfläche optimal ausgenutzt wird, das heißt, so viele Autos wie möglich untergebracht werden können.

Für den Beschluss zugunsten der ersten von vier Varianten - die übrigens von allen Fraktionen befürwortet wird - waren zwei Sitzungsunterbrechungen wegen zweier sehr kurzfristig eingereichter CDU-Anträge nötig, die mehrheitlich abgelehnt wurden. Das änderte aber nichts an der Tatsache, dass der Beschlussvorschlag der Verwaltung einstimmig beschlossen wurde - allerdings mit der Änderung, dass nicht die von der Verwaltung vorgeschlagene Variante 4, sondern eben die Variante 1 gewählt wird. Außerdem enthält der Beschluss den Zusatz, die Verwaltung möge zu dem Thema eine Bürgeranhörung für Mai oder Juli vorbereiten, damit eventuelle Vorschläge der Bürgerschaft - und übrigens neun Ergänzungsvorschläge eines der beiden CDU-Anträge - gegebenenfalls in Planung einfließen können.

Die Variante 1 wurde bevorzugt, weil sie mit 82 die meisten Pkw-Stellplätze und je eine Zu- und Abfahrt vorsieht. Außerdem ist eine für Veranstaltungen demontierbare Abstellanlage für 26 Fahrräder geplant. Die Baumreihe im östlichen Platzbereich wird um einen Baum ergänzt. Zwei weitere neue Bäume werden in einer neuen Grünfläche zwischen den beiden Zufahrten gepflanzt.

(RP)
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