Krefeld: Hochschule: Sechs Bewerber pro Platz

Krefeld : Hochschule: Sechs Bewerber pro Platz

Mit einer erneuten Rekordzahl schließt die Hochschule Niederrhein ihr Bewerbungsverfahren für das Wintersemester ab. Mehr als 20 000 junge Menschen wollen in Krefeld und Mönchengladbach studieren. Für alle 67 Studiengänge gibt's mehr Interessierte als Plätze.

An der Hochschule Niederrhein tut sich etwas: Die Nachfrage für die Plätze in 67 Studiengängen steigt auf ein Rekordhoch. In dieser Woche sind die Anmeldefristen abgelaufen. Mehr als 20 000 junge Männer und Frauen haben ihr Interesse für einen Studienplatz in Krefeld oder Mönchengladbach bekundet. "So viele waren es noch nie", sagte Präsident Hans-Henning von Grünberg gestern auf Anfrage unserer Zeitung. Allein für die 70 Plätze im Studiengang Betriebswirtschaftslehre (BWL) gingen mehr als 2000 Bewerbungen ein.

Im zurückliegenden Jahr konnten von rund 16 000 Interessierten 3534 Erstsemester für die Bachelor- und Master-Studiengänge angenommen werden — so viele wie nie zuvor. Das Nachrückverfahren fürs kommende Wintersemester wird jetzt wohl einige Wochen in Anspruch nehmen. Die meisten Bewerbungen seien online übers Internet eingegangen, und erfahrungsgemäß melden sich die zukünftigen Studenten nicht nur an einer Hochschule oder Universität, sondern gleich an mehreren an, erklärte ein Sprecher. Anders als in der Vergangenheit, in der es für einige Fächer noch freie Plätze gegeben habe, seien diesmal aber tatsächlich alle Studienrichtungen überlaufen.

Parallel dazu informierte Krefelds Landtagsabgeordneter Uli Hahnen (SPD) gestern darüber, dass die Hochschule Niederrhein in den kommenden Jahren mehr als 80 Millionen Euro erhalten soll, um die zusätzlichen Studienanfänger in den kommenden Semestern aufnehmen zu können. 2013 streben zum ersten Mal in Nordrhein-Westfalen die Schulabgänger des doppelten Abiturjahres in die Hochschulen. Darüber hinaus werden es besonders geburtenstarke Jahrgänge sein, die die weiterführenden Schulen verlassen.

"Wir fühlen uns gut vorbereitet, um den doppelten Abi-Jahrgang aufzunehmen und investieren die uns aus dem Hochschulpakt II zur Verfügung gestellten Gelder konsequent in zusätzliche Stellen für Professoren und Mitarbeiter sowie neue Gebäude", sagte von Grünberg. Der Hochschulpakt II ist eine Vereinbarung von Bund und Ländern, um den zusätzlich Studierenden die geeigneten Möglichkeiten bereitzustellen. Dazu hat sich die Hochschule Niederrhein schon frühzeitig in einer Ziel- und Leistungsvereinbarung mit dem Wissenschaftsministerium verpflichtet. Demnach sollen im Zeitraum von 2011 bis 2015 insgesamt 4350 zusätzliche Studienplätze in Krefeld und Mönchengladbach angeboten werden. Das sind 870 pro Jahr im Durchschnitt. Gleichzeitig soll auch die Zahl der Professoren von 218 im Jahr 2010 auf 262,5 Stellen im Jahr 2015 steigen.

In diesem und dem nächsten Jahr soll die Hochschule Niederrhein knapp 20 Millionen Euro ausgezahlt bekommen. Für 2014 und 2015 sollen es jeweils gut 18 Millionen, für 2016 knapp 15 Millionen für 2017 knapp neun Millionen und für 2018 noch 3,6 Millionen Euro sein. Das Geld müsse zur Hälfte für zusätzliches Personal ausgegeben werden, informiert die Landesregierung. Die andere Hälfte stehe für neue Gebäude, Modernisierungen und Sanierungen sowie zusätzliche Plätze in Studentenwohnheimen zur Verfügung.

(RP)
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