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Krefeld: Grüne - mehr Sicherheit für Radfahrer

Krefeld : Grüne - mehr Sicherheit für Radfahrer

Mehr Aufstellflächen für Radler vor Autos an Kreuzungen und eine wirksame Aktion Schulterblick für Lkw- und Pkw-Fahrer gehören zu den Forderungen der Grünen. Zudem erwarten sie eine Erhebung über den Radfahrer-Anteil am Straßenverkehr.

Gut und gern 300 Fahrräder, schön der Reihe nach am Sonntag auf einem abgesteckten Fahrradparkplatz zwischen dem Pavillon und der Spielwiese im Stadtwald abgestellt - das war ein Bild ganz nach dem Geschmack des Ratsherrn Karl-Heinz Renner. "Das habe ich noch nie erlebt", sagte der erneut für den Rat kandidierende fahrradpolitische Sprecher der Grünen. Während also rund um den Stadtwald die Autofahrer in langen Schlangen nach freien Stellplätzen suchen mussten, brauchten die Radler ihr Fahrrad lediglich abzustellen und dann gleich nebenan im Biergarten Platz nehmen.

Diese Demonstration der Überlegenheit des Fahrrads gegenüber dem Auto nahmen Renner und der erstmals für den Rat kandidierende Daniel John zum Anlass, die Forderungen der Grünen zum Thema Radfahren und Radfahrer in Krefeld zu benennen.

"Die Zahl der verunglückten Radfahrer bewegt sich seit Jahren auf hohem Niveau; Krefeld liegt hier am Ende des Städtevergleichs. Die meisten der verunglückten Radler sind Senioren, wenn diese Zahl seit 2007 auch abgenommen hat und das Tief überwunden ist", sagte Renner. Hauptunfallursache sei das falsche Abbiegen mit weit überwiegendem Anteil des Fehlverhaltens - mangelhafter oder fehlender Blick über die Schulter - bei den Lkw- und Pkw-Fahrern, gefolgt vom Missachten der Vorfahrt, was in gleichem Maße auf das Fehlverhalten von Autofahrern und Radfahrern zurückgehe.

Mit dem Ziel, Unfälle zu vermeiden und den Anteil von Radlern und Öffentlichem Personennahverkehr zu erhöhen, fordern die Grünen neben einer wirksamen "Aktion Schulterblick" für Lkw- und Pkw-Fahrer eine neue Erhebung über die Anteile der verschiedenen Teilnehmer am Straßenverkehr (Modal Split). Die letzte Erhebung sei zehn Jahre alt und habe einen Radfahrer-Anteil von 23 Prozent ergeben. Er gehe davon aus, dass sich der Anteil inzwischen vergrößert habe, so Renner.

Weitere Forderungen der Grünen sind laut Daniel John mehr ausgeweitete Aufstellflächen für Radfahrer an Kreuzungen vor den Autospuren sowie eine zeitgemäßere Schaltung der Ampelanlagen zugunsten eines besseren Verkehrsflusses für Radler und Autofahrer. Darüber hinaus, so Renner, gelte es, das Tempo 30 weiter auszubauen; nur auf Vorbehaltsstraßen solle weiterhin Tempo 50 erlaubt sein.

Schließlich treten die Grünen angesichts von 90 000 Krefelder Pendlern dafür ein, dass Fahrräder unentgeltlich in Bussen mitgenommen werden dürfen, wenn dafür genügen Platz sei. "Wir schlagen vor, mit einem Pilotprojekt an Wochenenden zu beginnen", sagt John und regt an, Krefeld mittelfristig auch an das S-Bahnnetz anzuschließen.

(RP)