Krefeld: CDU will Prostituierte stärker überwachen

Krefeld : CDU will Prostituierte stärker überwachen

Der Straßenprostitution, die immer mehr von Zwangsprostituierten aus dem südöstlichen Europa betrieben wird, will das Bundesinnenministerium durch eine Verschärfung der Kontrollen von Wohnungen und Hotels begegnen.

Dies berichtete der Staatssekretär im Bundesinnenministerium Günter Krings (CDU) auf einer öffentlichen Diskussion zu der Frage "Schützt uns der Staat eigentlich noch ausreichend?", zu der die Krefelder CDU im Rahmen ihrer Veranstaltungsreihe Krefelder Dialog in den Südbahnhof geladen hatte. Das Mindestalter der Prostituierten soll auf 21 Jahre erhöht werden. Freier sollen bestraft werden, wenn sie eine Zwangsprostituierte kontaktieren. Ein diesbezüglicher Gesetzesentwurf werde derzeit vorbereitet.

Mit Günter Krings habe die Krefelder Gastgeber einen "Hochkaräter" als Referenten gewonnen, wie es der Krefelder CDU-Fraktionsvorsitzende Philibert Reuters ausdrückte. Als Staatssekretär im Bundesinnenministerium ist Krings intensiv mit allen Problemen der inneren Sicherheit vertraut. Er kann sich auch gut in die Rolle der Opfer hineindenken, denn an einem Freitagnachmittag wurde seine Wohnung von Einbrechern ausgeplündert und am Düsseldorfer Hauptbahnhof wurde kürzlich seine Aktentasche mit allen Privatschlüsseln entwendet.

Temperamentvoll, sachlich, mit lebensnahen Beispielen forderte Krings zu einer optimistischen Sicht auf. Vielfältige Präventionsarbeit und das breite Spektrum des Sozialstaates hätte die Gewaltkriminalität zurückgehen lassen. Allerdings müsste die Gesetzeslage in immer schnelleren Tempo ständig angepasst werden. Deutschland sei aber nicht zu einer angsterfüllten Gesellschaft geworden, obwohl derzeit täglich 420 Einbrüche registriert würden.

In NRW würde nur jeder 7. Fall aufgeklärt. "Die rot-grüne Landesregierung versagt kläglich", kritisierte Krings. In seinem Heimatort Mönchengladbach gebe es bereits zwei Bürgerwehren. Obwohl die Zahl der Einbrüche immer weiter anstiege, sei die Zahl der Polizisten gleich geblieben. Da die Zahl der Polizisten nicht beliebig vermehrt werden könne, hat die CDU den Antrag gestellt, Polizisten durch die Verpflichtung von Polizeiassistenten von Verwaltungsaufgaben zu entlasten und so für den eigentlichen Polizeidienst freizumachen.

Zur Bekämpfung der Gewaltkriminalität forderte Krings neben früh greifender Prävention in gefährdeten Familien den Warnschussarrest, um frühzeitig in eine beginnende kriminelle Karriere eingreifen zu können.

(RP)
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