Kreis Kleve: Acht-Punkte-Programm für die Hochschul-Zukunft

Kreis Kleve : Acht-Punkte-Programm für die Hochschul-Zukunft

Vor der turnusgemäß anstehenden Wahl des Präsidiums regen Professoren eine Diskussion über den weiteren Weg an.

Acht Professoren der Hochschule Rhein-Waal fordern im Vorfeld der Wahl für das neue Präsidium in einem Brief an den Senat der Hochschule eine Aussprache über die Strategie. Dazu haben sie ein Acht-Punkte-Papier mit den Fragen aufgestellt, die der Senat auf seiner Sitzung Ende August diskutieren sollte. 21 weitere Professoren unterstützen mit ihrer Unterschrift das Ansinnen. Insgesamt lehren und forschen rund 100 Professoren an der Hochschule. Das Präsidium bilden die Präsidentin Marie-Louise Klotz und die Vizepräsidenten Bibiana Kemner (Verwaltung), Peter Scholz (Forschung) und Antje Freifrau von Richthofen (Lehre).

Zunächst geht es - wie derzeit an allen Hochschulen des Landes - um die Frage nach der vom Land geforderten geringeren Durchfall- und Abbrecherquote. Nach Aussage der Unterzeichnenden dürfe die Erfüllung dieser Forderung nicht zu Lasten der Qualität gehen: "Ein ministerieller Druck bezüglich niedriger Abbrecherquoten darf nicht zu einer Reduktion der Ausbildungsqualität und der Ansprüche führen", heißt es. Ein weiterer Punkt ist das "eindrucksvolle Netzwerk" an aktuell über 60 internationalen Partnerhochschulen, die teilweise noch mit Leben gefüllt werden müssten. Hinzu kommen internationale Kontakte von Professoren. Hier möchten die Unterzeichner eine klare Benennung der Schwerpunkte für die internationale Kooperation. In Sachen Forschung erwarten die Hochschullehrer eine engere Abstimmung zwischen den Forschungsbüros und den Fakultäten. Die bis jetzt sehr gute Verzahnung mit der Praxis möchten die Unterzeichner gewährleistet wissen. Ebenso wollen sie Wege finden, wie die Verwaltung auch in einer sich etablierenden Hochschule Rhein-Waal weiterhin kurze Wege gehen und pragmatisch handeln kann. An einem kontinuierlichen Verbesserungsprozess innerhalb der Hochschule sollten die Mitarbeiter und Professoren besser einbezogen werden, fordert das Schreiben. Und kritisiert: Das habe das Präsidium aber bis jetzt abgelehnt. Auch wird gefordert, dass das Präsidium weniger in das Tagesgeschäft der Fakultäten hineinregiert. "In den zurückliegenden fünf Jahren haben wir zweifellos viel erreicht", heißt es. Für den Erfolg der kommenden Jahre werde es notwendig sein, Antworten auf die genannten Fragen zu finden.

Prof. Ralf Klapdor, Vorsitzender des Senats der Hochschule und einer der 29 Unterzeichner des Schreibens, möchte den Brief als ein "Statement für die Qualitätssicherung" verstanden wissen. "Wir wollen damit eine breite, inhaltliche Diskussion anstoßen, schauen, wo Prozesse verbessert werden können. Wir wollen hinterfragen, welche Probleme sind da, welche Lösungsmöglichkeiten haben wir?", sagt der Ökonom. Die Hochschule Rhein-Waal stehe gut da. "Damit sind wir durchaus zufrieden, jetzt gilt es, dieses Level über die Jahre zu halten. darüber müssen wir diskutieren", sagt der Senats-Vorsitzende.

Sie habe den "Diskussionsbedarf" der Kollegen erkannt, sagt Präsidentin Marie-Louise Klotz. "Wir werden das ernst nehmen und die Fragen natürlich intern diskutieren". Das sei ein dynamischer Prozess. Auf der anderen Seite müsse das Präsidium aber auch den Spagat zwischen den Wünschen der Hochschule und der Realität der Vorgaben durch das Land machen: "Das sind die Rahmenbedingungen, in denen wir uns bewegen können. Aber zusammen werden wir den bestmöglichen Weg für die Hochschule Rhein-Waal finden", sagt Klotz.

(RP)
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