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Jonas Nitschke aus Kempen ist Jugendbotschafter für One in Brüssel

Student aus Kempen kämpft für Corona-Impfstoff für ärmere Länder : „Das Virus kennt keine Grenzen“

Jonas Nitschke kämpft zusammen mit vielen Promis dafür, dass der Corona-Impfstoff auch in Ländern mit extremer Armut ankommt. Der Kempener ist dafür als Jugendbotschafter für „One“ in Brüssel.

Nicht nur Prominente wie Pénélope Cruz, Sänger Bono von U2 oder Schauspieler Patrick Adams setzen sich ein: Auch der Kempener Jonas Nitschke möchte zusammen mit 55 anderen jungen Aktivisten aus 24 Ländern die Welt ein Stück besser machen. „Wir haben als Jugendbotschafter ein Jahr Zeit, mit Politikern ins Gespräch zu kommen, und wollen sie davon überzeugen, die Ungleichheiten in den ärmsten Ländern der Welt zu bekämpfen“, sagt der 26-jährige Nitschke. Dafür ist der Student derzeit in Brüssel.

Der junge Mann hat sich bei One beworben, einer Anti-Armuts-Organisation, die unter anderem dafür kämpft, dass Menschen auch in den ärmsten Ländern der Welt gegen Covid-19 geimpft werden. „Denn das Virus kennt keine Grenzen und wenn der Impfstoff nicht überall ist, wird diese Pandemie niemals enden“, sagt Nitschke, der zurzeit seinen Master in Politikwissenschaften an der Uni in Wien macht.

Schon immer hat er sich gegen globale Ungleichheit engagiert. Vor acht Jahren machte er am Thomaeum in Kempen sein Abitur, dann studierte er an der Hochschule Rhein-Waal in Kleve Internationale Beziehungen. Außerdem sammelte er Erfahrungen in Südostasien und Afrika: „Jedes Jahr schreibt One ein Projekt aus – und ich bin genommen worden“, erzählt der Student.

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Jetzt heißt es, europäische Politiker von der Kampagne überzeugen. In Zeiten von Corona gibt es dabei noch eine zusätzliche Hürde, denn alle Gespräche oder Konferenzen laufen digital ab. „Ich habe vor Kurzem an der so genannten Lobby-Week teilgenommen und konnte viele Gespräche führen, das war sehr interessant“, berichtet Nitschke. Denn in Brüssel sitzen die Leute, die etwas bewegen können – und mit denen gilt es jetzt ins Gespräch zu gehen, meint Nitschke.

Angefangen habe er mit seinem Engagement vor vielen Jahren für Amnesty International: „Ich stand auf der Straße und es war ein tolles Gefühl, wenn jemand stehen blieb und sich anhören wollte, was ich darüber zu erzählen habe“, erinnert er sich. Bei seinem Einsatz ist ihm Folgendes besonders wichtig: „Es geht nicht darum, anderen Ländern Impfstoff wegzunehmen, sondern den überschüssigen Impfstoff nicht verfallen zu lassen“, so der 26-Jährige. Ehrenamt sei unglaublich wichtig und er sieht bei der jungen Generation eine Bewegung: „Es tut sich etwas, viele engagieren sich, dazu gehört auch eine Diskussion“, sagt Nitschke. Um die Corona-Krise zu überwinden, brauche es Lösungsansätze. Dafür seien ehrenamtliche Projekte genau das Richtige, meint der Kempener.

Er hat Spaß an der Umsetzung der Kampagne von One. Dafür gibt es kein Entgelt. Seinen Unterhalt verdient sich Nitschke mit einem vergüteten Praktikum, dass er derzeit tagsüber absolviert. „Am Abend setze ich mich dann hin und arbeite für One“, sagt er und weiter: „Das mache ich sehr gerne, weil es einem einfach so viel zurückgibt.“