Stadt Kempen: Kontroverse Diskussion um Klosterhof

Stadt Kempen: Kontroverse Diskussion um Klosterhof

Landschaftsarchitekt hat im Planungsausschuss die Pläne für die Straßen- und Platzgestaltung am Kempener Klosterhof vorgestellt. SPD und Freie Wähler lehnten den Baubeschluss ab. Beide Parteien wollten erst eine Bürgerinformation.

Schneller als erwartet wächst der Neubau des Klosterhofs in der Kempener Innenstadt in die Höhe. Schon im März nächsten Jahres soll Richtfest sein, berichtete der Technische Beigeordneter Stephan Kahl dem Ausschuss für Umwelt, Planung und Klimaschutz am Dienstagabend. Anlass für die Bauverwaltung, einen Vorentwurf zur Gestaltung von Straßen und Plätzen vorzustellen. Landschaftsarchitekt Andreas Freese aus Dorsten hatte aus fünf Varianten einen Entwurf erarbeitet. Beigeordneter Kahl machte deutlich, dass konkretere Planungen zur Gestaltung von Orsay- und Burgstraße sowie zu den fußläufigen Bereichen im Klosterhof-Carée noch folgen werden.

Die Stadt Kempen beteiligt sich an der Gestaltung der öffentlichen Flächen im Klosterhof-Bereich mit rund 1,1 Millionen Euro. Im Haushalt für die Jahre 2013 und 2014 werden 750 000 Euro bereitgestellt. 100 000 Euro davon wurden für Planungskosten vom Stadtrat in seiner Sitzung im September bereits aufs laufende Jahr vorgezogen. Mittel aus der Städtebauförderung sind beantragt, die Bewilligungsbescheide werden demnächst erwartet.

Dem Planer ist ein einheitliches Bild wichtig. Verbundpflaster ist vorgesehen in unterschiedlichen Grau und Anthrazit-Tönen. Insgesamt soll ein ruhiger Eindruck entstehen. Auf Bordsteine wird an Orsay- und Burgstraße weitgehend verzichtet. Zur Sicherheit der Fußgänger sollen Blumenkübel und Poller Fußgängerbereich und Straße trennen.

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Die Entwässerung wird über Kanalschächte erfolgen. Problem hier wie auch bei einer Bepflanzung ist, dass die Tiefgarage, die sich komplett unter der Orsaystraße und teilweise auch unter der Burgstraße befindet, keine andere Lösung zulässt. Bei den Gestaltungselementen setzt Freese auf eine Fortsetzung der bereits jetzt in der Altstadt vorhandenen Kübel, Mauerbeete sowie Bänke und Lampen.

Seine Vorschläge stießen aber nicht bei allen Politikern auf Gegenliebe. Sowohl Irene Steeger (SPD) als auch Hans-Günter Thelen (Freie Wähler Kempen) drängten darauf, vor einer Beschlussfassung erst die Meinung der Anwohner bei einer Bürgerversammlung einzuholen. Beigeordneter Kahl hielt dagegen, dass der Inhalt dieses Ausbauprogramms aufgrund der vielen fachlichen Voraussetzungen nicht diskutiert werden kann. Das gehöre zu den Aufgaben der Fachleute und des Fachausschusses. Dies wurde auch hinlänglich rund zwei Stunden im Ausschuss getan. Da ging es um Dinge wie die Belastungsfähigkeit des Straßenbelages oder des Straßenverlaufs bis hin zu Hilfen für Sehbehinderte im Pflaster. Kritische Punkte, die den Planern durchaus bewusst sind. Geplant ist, die Bürger über den Vorentwurf bei einer Versammlung zu informieren. Außerdem sollen Muster der künftigen Klosterhof-Pflasterung demnächst auf der Judenstraße zu sehen sein. Das reichte SPD und Freien Wählern nicht. Sie blieben bei ihrer Forderung, die Anwohner schon jetzt einzubeziehen. Gegen ihre Stimmen wurde das Ausbauprogramm angenommen. FRAGE DES TAGES

(RP/rl)