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Kaarst: Martinusschule fördert die soziale Entwicklung

Kaarst : Martinusschule fördert die soziale Entwicklung

Seit diesem Schuljahr nimmt die vom Kreis getragene Schule auch Kinder auf, die Unterstützungsbedarf in emotionaler und sozialer Hinsicht haben.

Integrativer Unterricht kann auch an einer Förderschule stattfinden. Die Martinusschule mit dem Förderschwerpunkt Lernen nimmt nun auch Kinder auf, die zugleich den Förderschwerpunkt emotionale und soziale Entwicklung haben. Die Bezirksregierung Düsseldorf genehmigte den entsprechenden Antrag des Rhein-Kreises Neuss rückwirkend zum Beginn des Schuljahres 2013/14.

Hintergrund ist folgender: Kinder und Jugendliche mit Anspruch auf sonderpädagogische Förderung im Bereich der emotionalen und sozialen Entwicklung benötigen innerhalb und außerhalb des Unterrichts Hilfen, um ihre Umwelt angemessen wahrnehmen zu können, positive Verhaltensweisen zu entwickeln und um ein positives Selbstwertgefühl aufzubauen. Die Lehrkräfte begleiten die Schüler mit Blick auf die Affektsteuerung, die Bindungsfähigkeit, die Fähigkeit zur sozialen Eingliederung, die schulische Lern- und Arbeitsfähigkeit, den Umgang mit angemessener Sprache und die eigene Organisationsfähigkeit.

Der Rhein-Kreis Neuss ist seit dem 1. August 2013 Träger der Martinusschule an der Halestraße und damit Nachfolger eines Zweckverbands der Städte Kaarst und Korschenbroich. Hintergrund dieser organisatorischen Veränderung ist die Annahme, dass der Umbau des Schulsystems durch die Neufassung des Schulgesetzes und der Inklusionsgedanke dazu führen, dass Schüler mit sonderpädagogischem Förderbedarf künftig nicht mehr in erster Linie Förder-, sondern eher Regelschulen besuchen. Deshalb — und wegen der demografischen Entwicklung — rechnen alle Förderschulen in den kommenden Jahren mit sinkenden Schülerzahlen.

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Zu Beginn des laufenden Schuljahrs hat die Martinusschule die Kinder der geschlossenen Raphaelschule in Meerbusch aufgenommen. Zurzeit besuchen sie knapp 120 Schüler. Statt die Kinder mit den beiden Förderschwerpunkten in kooperativer Form in zwei separaten Abteilungen zu unterrichten, entschied sich der neue Träger für die integrative Form. "Die Grenzen zwischen den Förderschwerpunkten sind heute fließend", sagte Schulrat Claus-Hermann Friedhoff jetzt im Kreis-Schulausschuss. "Wir müssen mit den doppelten Förderschwerpunkten umgehen und schauen, welcher gegebenenfalls vorrangig zum anderen zu behandeln ist."

Zum Anlass der Zusammenführung nannte Kreisschuldezernent Tillmann Lonnes unter anderem auch das Vorhaben, im Norden des Rhein-Kreises ein Unterstützungszentrum für Schüler aufzubauen, die nur vorübergehend eine Betreuung bedürfen und wieder in eine Regelschule zurückgeführt werden sollen. Das für den neuen Förderschwerpunkt ausgebildete Personal sei bereits an der Martinusschule tätig, so Lonnes.

Die Integration findet sowohl in der Primarstufe wie in der Sekundarstufe eins statt. Damit dies nun auch offiziell in die Öffentlichkeit getragen werden kann, beschloss der Kreis-Schulausschuss eine Namenserweiterung auf "Martinusschule — Förderschule des Rhein-Kreises Neuss — Förderschwerpunkte: Lernen sowie emotionale und soziale Entwicklung (Primarstufe und Sekundarstufe 1) im integrativen Verbund".

(stef)