Kaarst Kirche spricht über ihre Zukunft bis 2030

Kaarst · Der Pfarrgemeinderat der Pfarreiengemeinschaft Kaarst-Büttgen will eine offene Gesprächskultur fördern. Zielgruppe der neuen Diskussionsreihe sollen nicht nur Gemeindemitglieder, sondern auch Außenstehende und Neugierige sein.

 Pfarrer Peter Seul sagt, das Thema "Katholische Kirche im Jahr 2030: Erwartungen, Hoffnungen, Chancen" passe perfekt zum aktuellen Fastenbrief des Kölner Erzbischofs Rainer Maria Kardinal Woelki.

Pfarrer Peter Seul sagt, das Thema "Katholische Kirche im Jahr 2030: Erwartungen, Hoffnungen, Chancen" passe perfekt zum aktuellen Fastenbrief des Kölner Erzbischofs Rainer Maria Kardinal Woelki.

Foto: L. Hammer

Wie sieht das Schiff aus, das wir in Zukunft lenken? Mit dieser Frage fasst Dagmar Andrae, Vorsitzende des Pfarrgemeinderates der Pfarreiengemeinschaft Kaarst-Büttgen, das wesentliche Ziel einer neu eingerichteten Gesprächswerkstatt zusammen. Dieses Forum soll wichtigen Themen einen Raum bieten, in dem diese ernsthaft in der Öffentlichkeit besprochen werden können. Vor dem Hintergrund der aktuellen Entwicklung mit gestiegenen Kirchenaustritten erscheint dieses Vorhaben dem Pfarrgemeinderat mehr als nötig. Dort reifte vor mehr als einem Jahr die Idee zur Förderung einer offenen Gesprächskultur, die nicht nur Gemeindemitglieder, sondern auch Außenstehende und Neugierige als Zielgruppe hat. Die Essenz dieses Austausches mit Referenten und Gästen soll im dreimal jährlich erscheinenden Pfarrmagazin "Format 4" veröffentlicht werden.

Dem Pfarrgemeinderat (PGR) als dem Einladenden brennen viele Themen unter den Nägeln. Vor allem gehe es um die Zukunft der Gläubigen in Kaarst, erläutert Ulrich Orlinksi, Mitglied im PGR. Wie sehen die pastoralen Herausforderungen und Chancen vor Ort aus? Welche Rahmenbedingungen sind vorhanden? Dazu zählen vor allem die personellen Ressourcen und die finanzielle Situation. Letztere bekommt zusätzlichen Sprengstoff durch die Offenlegung der Vermögensverhältnisse des Erzbistums Köln. Prinzipiell signalisiere die Gesprächswerkstatt aber vor allem das Interesse an einer fruchtbaren Zusammenarbeit mit allen Menschen vor Ort und ein generelles Interesse am anderen, so Orlinski.

Dem leitenden Pfarrer Peter Seul ist auch die Fremd- und Eigenwahrnehmung des kirchlichen Lebens wichtig. Das Thema "Katholische Kirche im Jahr 2030: Erwartungen, Hoffnungen, Chancen" der ersten Gesprächswerkstatt passe perfekt zum aktuellen Fastenbrief des Kölner Erzbischofs Rainer Maria Kardinal Woelki, sagt er. Dieser vertritt die Meinung, dass die Kirche den "Käfig der Vergangenheit" verlassen und neue Strukturen finden muss. Dazu zählt die Entwicklung der Gemeinden hin zu "pastoralen Räumen" in unmittelbarer Nachbarschaft, in denen die Gläubigen mehr und mehr eigenverantwortliche Aufgaben übernehmen sollen. Die Tendenz gehe somit zu einer Kirche der Laien, die sogar eine ehrenamtliche Gemeindeleitung möglich mache. Die Gewinnung charismatischer Persönlichkeiten sei dort ein großer Vorteil.

Mit Alfred Lohmann, Hauptabteilungsleiter im Fachbereich Pastoral des Erzbistums Köln, konnte ein kompetenter Referent für den ersten Gesprächsabend gewonnen werden. Er zeigte sich begeistert von der Idee. Die Verantwortlichen denken über weitere mögliche Themen wie Sexualmoral, Ökumene, Philosophie und Glück nach. Die Kirche sei weiter auf Wanderschaft und noch lange nicht angekommen, so Orlinksi.

(NGZ)
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