Kaarst: Amprion gibt Planung und Bau für Konverter in Auftrag

Kaarst: Amprion gibt Planung und Bau für Konverter in Auftrag

Die Übertragungsnetzbetreiber Amprion und TransnetBW haben Siemens mit der Planung und dem Bau der Ultranet-Konverteranlagen beauftragt. Wo die Anlage am Ende stehen wird, spielt dabei zunächst keine Rolle.

"Die jetzt in Auftrag gegebenen technischen Planungen sind unabhängig von ihren späteren konkreten Standorten im Umkreis der Netzverknüpfungspunkte Osterath und Philippsburg in Baden-Württemberg", sagt Amprion-Sprecherin Joëlle Bouillon. Die Vergabe zum jetzigen Zeitpunkt sei erforderlich, um sicherzustellen, dass die umfassenden Planunterlagen für die Genehmigungsverfahren rechtzeitig vorbereitet werden könne.

"Für die Verfahren und den Bau der Anlagen rechnen wir insgesamt mit vier bis fünf Jahren", so Bouillon. "Viele Fragen von Anwohnern konnten wir in der Vergangenheit nicht beantworten, weil sie sich auf die technische Detailplanung des Herstellers beziehen, die erst jetzt mit der Auftragsvergabe beginnt. Im Laufe der nächsten zwei Jahre nimmt der Konverter zunehmend Gestalt an und wir können dann zum Beispiel vermaßte Anlagenpläne vorlegen."

Als Standort bevorzugt Amprion nach wie vor die sogenannte Dreiecksfläche an der Stadtgrenze zu Meerbusch, zwischen A 57, Bahnlinie und L 30. Das ursprünglich für Auskiesung vorgesehene Areal befinde sich mittlerweile zu 100 Prozent im Unternehmenseigentum, sagt Bouillon.

Der Spannungsumwandler benötigt eine Fläche von circa 360 mal 270 Metern. Die Hallen sollen etwa 18 Meter hoch sein. Im gültigen Regionalplan ist die wegen der Entfernung zur geschlossenen Wohnbebauung favorisierte Dreiecksfläche als "Bereich für Sicherung und den Abbau oberflächennaher Bodenschätze" ausgewiesen. Um den Stromkonverter dort bauen zu können, muss die Regionalplanung deshalb zunächst geändert werden.

Der Kaarster Stadtrat hat sich mit zwei Resolutionen gegen das Vorhaben ausgesprochen und mittlerweile auch einen Rechtsanwalt beauftragt. Letzterer, sagt Guido Otterbein, Sprecher der Bürgerinitiative "Kein Doppelkonverter in Kaarst und Neuss", habe am Dienstag unter anderem an einer zweiten, nicht öffentlichen Dialogrunde mit Amprion, der Stadtverwaltung und Vertretern der Bürgerinitiativen teilgenommen.

Die Kaarster Initiative lädt künftig ihrerseits einmal im Monat zu einem offenen Treffen zur Diskussion mit Fachleuten ein. Nächster Termin ist Mittwoch, 4. November, 19 Uhr, im "Deutschen Haus" an der Kaiser-Karl-Straße. "Vorbeikommen können alle Bürger, die Interesse am Thema ,Konverter' haben", sagt Otterbein.

Informieren will auch die Bundesnetzagentur. Sie lädt für den 17. November nach Köln zum "Technik-Dialog". Die Veranstaltung befasst sich mit den genehmigungsrechtlichen Fragen, technischen Aspekten und der Standortsuche eines Konverters. Info: www.netzausbau.de.

(juha)
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