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Jüchen: Ja zur Sekundarschule

Jüchen : Ja zur Sekundarschule

Die Gemeinde wird zum 1. August 2012 eine Sekundarschule einführen. Im Schulausschuss gab es gestern Abend breite Zustimmung. Die Realschule wiederum wird ab dem kommenden Schuljahr auslaufen wird.

Die Sitzung war kurz, und die Entscheidung nach 24 Minuten überraschte kaum. Einstimmig beschloss der Schul- und Jugendausschuss, dass die Gemeinde Jüchen eine Sekundarschule einführen soll.

Vor wenigen Monaten erst war diese neue Schulform das Ergebnis eines Kompromisses zwischen der Landesregierung und der CDU-Landtagsfraktion. Nun hat der Ausschuss beschlossen, die Sekundarschule zum frühest-möglichen Zeitpunkt, zum Schuljahr 2012/13, einzuführen.

Am Donnerstagabend muss dem noch der Rat der Gemeinde in einer eigens einberufenen Sitzung zustimmen. Bis zum 31. Dezember muss dann die Gemeinde als Schulträger einen Antrag über die Bezirksregierung beim NRW-Schulministerium stellen.

Dann kann im Februar das Anmeldeverfahren beginnen. "Das ist eine gute Entscheidung, die Sekundarschule wird unsere Schullandschaft um eine gute Schule erweitern", sagte der Ausschussvorsitzende Joachim Drossert (SPD) gestern Abend – zu Beginn der Sitzung.

75 Anmeldungen erforderlich

Die Sekundarschule wird die Hauptschule Hochneukirch und die Realschule Jüchen ersetzen. Die Hauptschule läuft bereits aus, die Realschule soll ab 2012 keine neuen Eingangsklassen mehr bilden – wenn es genügend Anmeldungen für die Sekundarschule gibt. Erforderlich sind 75 Anmeldungen.

Bei einer Befragung im Oktober hatten 89 von 150 Eltern von Viertklässlern erklärt, ihr Kind ganz bestimmt oder eher ja an der Sekundarschule anmelden zu wollen. Das war die Voraussetzung, um das Antragsverfahren zu beginnen.

Der Unterricht der neuen Schulform wird an beiden Standorten stattfinden. Favorit auf den Posten des Schulleiters ist Georg Broens, der Direktor der Realschule hatte bereits die pädagogische Steuerungsgruppe geleitet. Bürgermeister Harald Zillikens erklärte zum Auslaufen der Realschule: "Wir können nicht garantieren, dass die Schule bis zum Ende ausläuft." Heißt: Nur so lange noch genügend Schüler in einem Jahrgang sind, wird weiter unterrichtet.

Der Unterricht beginnt zunächst in den Räumen der Hauptschule Hochneukirch an der Gartenstraße. Dort hat die Schule ihr eigenes Gebäude und den eigenen Pausenhof. Die Gemeinde investiert 155 000 Euro, um das Hauptgebäude behindertengerecht mit einem Aufzug und zwei Treppenliften umzubauen.

Die Inklusion von Kindern mit Behinderung war Voraussetzung des Landes bei der Sekundarschule. "Das sind Investitionen, die der Schulträger zu leisten hat", erklärte Zillikens. Außerdem müssen in dem Gebäude an der Gartenstraße Klassenzimmer und Verwaltungsräume hergerichtet werden.

Fachräume und die Mensa werden gemeinsam mit der Hauptschule genutzt. Ab dem Schuljahr 2014/15 soll der erste Jahrgang (7. Klasse) an der Realschule untergebracht werden. Und spätestens 2016 hat die Sekundarschule sowohl die Haupt- als auch die Realschule ersetzt.

(RP)