Unterkünfte für Familien: Bundeshäuser warten auf ihre Bewohner

Unterkünfte für Familien: Bundeshäuser warten auf ihre Bewohner

Die Umbauarbeiten sind abgeschlossen. Bis zu zehn Menschen sollen in jeweils einem Haus Platz finden.

Schon bald können die neuen Bewohner einziehen: Die Stadt Hilden hat die vier Bundeshäuser am Brahmsweg und das eine an der Silcherstraße zwischenzeitlich modernisiert und umgebaut. Das kostete rund 200.000 Euro - Geld, das nicht aus dem Stadtsäckel fließt, sondern komplett von der Bundesanstalt für Immobilienaufgaben übernommen wird. Diese stellt die Häuser außerdem mietfrei zur Verfügung. Als Gegenleistung dafür muss die Stadt Hilden eine Auflage erfüllen: Die Häuser sind mit Flüchtlingen zu belegen.

Wie Ralf Scheib, Leiter des Amtes für Gebäudewirtschaft berichtet, wurden innerhalb von knapp drei Monaten die rund 110 Quadratmeter umfassenden Häuser für jeweils zehn Personen hergerichtet. "Das sind keine Wohnstandards wie üblich, sondern Unterkünfte", erläutert Scheib. Entsprechend hat die Stadt beispielsweise in großen Wohnzimmern Trennwände einbauen lassen. Handwerker haben Heizungen und elektrische Leitungen modernisiert. Die verwilderten Gärten wurden gerodet und sollen von den Bewohnern gepflegt werden.

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Das heißt, sie sind gebeten, auch mal den Rasen zu mähen, erzählt Scheib. In der Doppelhaushälfte an der Silcherstraße gibt es außerdem nun eine stärkere Lärmdämmung, um möglichen Konflikten mit den Wand an Wand lebenden Nachbarn vorzubeugen. Bis zu zehn Personen in einem Einfamilienhaus: Die Leiterin des Sozialamtes, Marie-Thérès Barbezat-Rosdeck, macht sich mit ihrem Team bereits Gedanken darum, wer dort in den kommenden Wochen einziehen soll. "Der Vorteil sind die zwei Etagen", sagt sie. "Da hat man vielleicht doch ein bisschen Privatsphäre mehr."

Als neue Nutzer sind überwiegend Familien und allein erziehende Eltern mit ihren Kindern vorgesehen - mit Bleiberecht oder "verstärkter Bleiberechtsperspektive" erläutert sie. Oder anders ausgedrückt: In die Häuser soll einziehen, wer in Deutschland eine längere Zeit oder gar dauerhaft bleiben kann und darf und sich integrieren will. Alle künftigen Bewohner sind der Stadt bekannt. Um sie sollen sich Sozialarbeiter kümmern, die sich den Nachbarn vorstellen wollen. "Sie sind ansprechbar in allen Fragen", versichert Barbezat-Rosdeck. Auch Hausmeister werden im Tages- und Nachtdienst nach dem Rechten sehen. Allen Nachbarn haben städtische Mitarbeiter zwischenzeitlich Besuche abgestattet.

(arue)