Kreis Mettmann: Der erste heimische Spargel ist da

Kreis Mettmann: Der erste heimische Spargel ist da

Peter Wiemer von Gut Kuhlendahl erntet das weiße Edelgemüse im Hildener Süden.

Bereits während seines landwirtschaftlichen Studiums pflanzte Peter Wiemer seinen ersten Spargel auf Gut Kuhlendahl in Velbert. 2002 konnte er die ersten Stangen ernten: "Mir wurde bewusst, dass er genau so gut wächst wie im Sandboden, und mindestens auch genau so gut schmeckt." Den nächsten Spargel pflanzte er zwischen Mettmann und Wülfrath. Dann folgte das Feld in Haan und - vor etwa fünf Jahren - in Hilden.

"Es ist schwierig, passende Flächen zu finden", erzählt der 41-jährige Landwirt: "Der Boden in Hilden ist nährstoffreich. Das ist gut für den Geschmack." Mittlerweile bewirtschaftet er 18 Hektar in der Region. Wenn alles gut läuft, kann er rund 60 Tonnen Spargel ernten. Am Mittwoch hat für ihn die Spargelernte begonnen.

Der erste heimische Spargel ist jetzt im Hofladen von Gut Kuhlendahl zu haben. "Wer der Erste sein will, muss zu mir nach Velbert kommen", bedauert Peter Wiemer. Demnächst öffnet auch sein Verkaufsstand an der B 7 (Südring) in Mettmann in der Nähe von Gruiten. Die Ware stammt von seinem Spargelfeld direkt daneben.

Ehefrau Judith Wiemer kümmert sich um das Spargelrestaurant auf Gut Kuhlendahl. Es wurde im alten Kuhstall untergebracht. Den heimischen Spargel gibt es natürlich auch im Hofladen zu kaufen (www.spargelhof-gut-kuhlendahl.de).

  • Kreis Mettmann : Der erste heimische Spargel ist da

Das Edelgemüse bietet auch Bauer Robert Bossmann. Er hat Spargel auf fünf Hektar in Monheim angebaut. Die Böden dort sind anders als die in Hilden. Deshalb kann er seinen ersten Spargel voraussichtlich Ende April anbieten. Bossmann hat Verkaufsstände in der ganzen Region, unter anderem auch in Hilden, Haan, Hochdahl, Langenfeld, Monheim, Mettmann und Düsseldorf.

Die genauen Standorte und Öffnungszeiten finden sich auf seiner Internet-Seite (www.bauer-bossmann.de/Verkaufsstände). Landwirt Jürgen Benninghoven bietet bereits jetzt in seinem Bauernladen in Ratingen und an den Saisonständen das begehrte weiße Gemüse aus eigenem Anbau an. "Wir haben einen ganz besonderen Standort", sagt Benninghoven, "und zwar mitten in der Stadt. Da sind die Pflanzen vor Frost und kaltem Wind geschützt."

Das Ergebnis kann man jetzt für 10 bis 13 Euro pro Kilo kaufen. Wenn die Saison richtig begonnen hat, liefert Benninghoven täglich 400 bis 500 Kilo frisch gestochenen Spargel vom Feld vor Ort, der dann auch noch ein bisschen im Preis sinken kann. Im gut sortierten Bauernladen des Sackerhofs in Ratingen-Tiefenbroich gibt es derzeit des Deutschen liebstes Gemüse nur von den beheizten Feldern am Niederrhein. Sollten die kommenden Tage schön bleiben, hat Landwirt Bernd Zimmermann das Wochenende anvisiert. Zumindest die grüne Variante könnte dann gestochen werden, meint Zimmermann.

Der eigene weiße Spargel wird frühestens im Mai soweit sein, wenn die Böden abgetrocknet und durchlüftet sind. "Da müssen wir noch etwas Geduld haben", sagt er. Einstweilen verkauft er weiter die beliebten Stangen vom Niederrhein, die durch "Fußbodenheizung" schon vor Ostern über seine Ladentheke gingen. "Die Qualität ist toll, weil der Spargel kontinuierliche Wärme bekommt. Und das liebt Spargel sehr", sagt der Experte. Am liebsten sind ihm 20 bis 25 Grad schwüle Wärme. "Wir richten uns ganz nach dem Geschmack der Kunden", sagt Zimmermann. Und die lieben besonders die weiße Variante. "Dieses Faible für den weißen Spargel ist nur bei uns in Deutschland so ausgeprägt."

(RP)
Mehr von RP ONLINE