Grevenbroich: Ärger am Finanzamt

Grevenbroich: Ärger am Finanzamt

Die Anwohner der Großbaustelle an der Merkatorstraße sind verärgert. Ihre Wohngegend gleicht momentan einer Wild-West-Kulisse, die in Dreck und Staub versinkt. Doch eine Lösung des Problems ist in Sicht.

Thomas Gallus ist sauer. Jeden Morgen, sobald er sein Haus an der Merkatorstraße verlässt, kommt der Ärger aufs Neue in ihm hoch. Der Grund: Die Baustelle, an der zurzeit das neue Finanzamt errichtet wird, verdreckt die Wohngegend. Neben der Merkatorstraße sind vor allem die Hans-Sachs-Straße und die Richard-Wagner-Straße betroffen. "Wir ersticken hier geradezu in Dreck und Staub", schimpft Gallus. Deshalb hat er sich an den Bauherrn und das Ordnungsamt der Stadt gewendet. Letzterem sind die Hände gebunden, da es sich beim Finanzamt um eine Landesbehörde handelt.

Zuständig für den Bau des 12,6 Millionen Euro teuren neuen Finanzamtes, das 2011 bezogen werden soll, ist der Bau- und Liegenschaftsbetrieb des Landes NRW. Nach wochenlangem Kampf wurde Gallus zwar zugesichert, dass ab Mitte der Woche eine Kehrmaschine für saubere Straßen sorge. Doch der Dreck ist geblieben.

Auch viele Nachbarn des 41-jährigen Reifenhändlers fühlen sich mittlerweile von den Behörden im Stich gelassen. "Durch das Befahren von ungereinigten Baustellenfahrzeugen gleichen die Straßen mittlerweile einer Wild-West-Kulisse", erklärt Gallus. Ihm sei durchaus bewusst, dass zu jeder Baustelle auch Dreck gehöre. "Aber was hier passiert, ist ungeheuerlich."

Die Stadt hat Verständnis für den Zorn der Anwohner. Nur: Sie kann die Beschwerden auch nur weitergeben. "Für die Bauaufsicht ist die Baugenehmigungsbehörde zuständig", sagt Stadtsprecher Andreas Sterken. Das ist der Bau- und Liegenschaftsbetrieb des Landes.

Dort ist man sich des Problems bewusst. Projektleiter Michael Pasch ist bemüht, dem Dreck schnellstmöglich den Garaus zu machen. Deshalb wurde die Kehrmaschine organisiert. Doch diese kann die Straßen wegen der kalten Nachttemperaturen abends nur trocken säubern. Würde Wasser verwendet, drohten nachts eisglatte Straßen — und damit Gefahr für den Straßenverkehr.

Christa Bohl vom Bau- und Liegenschaftsbetrieb räumt ein, dass die Kehrmaschine "momentan nicht für eine optimale Lösung" sorgen könne. Sobald es wärmer werde, könne jedoch Wasser zur Säuberung der verdreckten Straßen genutzt werden. "Wenn keine Gefahr mehr durch überfrierende Nässe droht, kriegen wir das Problem in den Griff", sagt Bohl. Dann sei Schluss mit der Wild-West-Kulisse. Am Freitag wurde erstmals "gewässert". Jetzt hoffen die Anwohner, dass die Baustelle, die manche schon als "Saustelle" bezeichnen, nicht mehr für Dreck sorgt.

(NGZ)