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Pläne fürs ehemalige Kasernengelände in Emmerich schreiten voran

Der neue Awo-Kindergarten ist bezogen : Der erste Baustein fürs Kasernengelände ist fertig

Der Awo-Kindergarten „Räuberhöhle“ ist jetzt von 46 Kindern bezogen worden. Die weiteren Pläne für das ehemalige Areal der Bundeswehr sind ambitioniert. Im nächsten Jahr soll dort viel gebaut werden. Unter anderem ein Wohngebiet und ein Ärztezentrum.

Die „Knallfrösche“ und die „Knabbermäuse“ sind hochzufrieden. Nach einigen Monaten im Container auf dem Baustellengelände konnten die 46 Kinder des Awo-Kindergartens „Räuberhöhle“ jetzt endlich ihre neuen Räumlichkeiten auf dem ehemaligen Kasernengelände beziehen. Mit einer „Schatzsuche“ lernten sie am Freitag ihr neues Zuhause kennen. Und fühlen sich schon jetzt sichtlich wohl.

„Die Kinder waren ganz baff, als die Container weg waren“, erzählt  Leiterin Katja van Kempen, die zusammen mit ihrem achtköpfigen pädagogischem Personal (darunter auch ein Mann) sowie einer Hauswirtschaftskraft die Kinder betreut. 880 Quadratmeter, verteilt auf zwei Etagen, stehen ihnen dafür zur Verfügung. Ob Gruppenräume, Turnhalle, Schlaf-, Wasch-, Wickelräume oder Büros - alles ist schön hell, modern und oft von Tageslicht durchflutet, die meisten Räume sind bereits eingerichtet. Auch die Außenanlage soll bald Gestalt annehmen. Der erste Rollrasen ist schon gelegt. Bürgermeister Peter Hinze, der zur offiziellen Eröffnung am Dienstag ein Geld-Präsent der  Stadt mitgebracht hatte, zeigte sich beeindruckt über das, was nach acht Monaten Bauzeit entstanden ist „Das Warten hat sich gelohnt.“

Vorerst sind in dem neuen Kindergarten zwei Gruppen untergebracht. Es können aber noch mehr werden. „Im Moment sieht es danach aus, als ob eine dritte Gruppe zum neuen Kindergartenjahr an den Start gehen kann“, berichtete Awo-Bereichsleiter Mario Derks. Mittelfristig sind sogar fünf Gruppen möglich. Der Platz dafür wäre da. Und möglicherweise auch notwendig, wenn künftig all jene Eltern, die in dem neuen Stadtquartier leben und arbeiten, dort auch ihre Kinder betreuen lassen wollen. „Wir können hier jederzeit flexibel reagieren“, erklärte Peter Hinze.

Die weiteren Pläne für das ehemalige Kasernengelände sind ambitioniert. Neben einem Wohngebiet sollen hier wie berichtet auch ein Ärztezentrum und eine Privatklinik entstehen, dazu ein Gewerbegebiet und Häuser für betreutes Wohnen. „Wir versuchen, das Tempo weiter hochzuhalten“, sagt Matthias Wünsche von der Heyden. Wie der geschäftsführende Gesellschafter der Mona Erschließungs GmbH erklärt, sollen bereits Ende März 2019 die Komplexe für betreutes Wohnen und Pflege bautechnisch fertig sein. Der Betrieb könne dann im 1. Mai starten.

Nachdem jetzt die Genehmigung für das Blockheizkraftwerk erteilt wurde, kann auch die Wohnbebauung weiter voranschreiten. Die Nachfrage sei groß. Die ersten 24 Wohnungen sollen im Oktober 2019 fertig sein, insgesamt sind 85 Wohnungen geplant, ein Teil davon ist noch im Genehmigungsverfahren.

Gut sieht es auch mit dem Medizinischen Zentrum aus. Für das Projekt „Partner unter einem Dach“ liegen bereits Zusagen für eine Vermietungsfläche von 3500 Quadratmetern vor. Hier sollen zwölf Ärzte, eine Apotheke, ein Sanitätshaus und weitere medizinische Dienstleister untergebracht werden. Baubeginn soll noch im ersten Halbjahr 2019 sein, wie auch die Erschließung des Gewerbegebiets.

Im März nächsten Jahres wird es auch mit den Arbeiten für die geplante Psychosomatische Klinik losgehen, an der auch die van der Falk-Hotelkette beteiligt ist. In der Privatklinik können sich Patienten behandeln lassen, die unter stressbedingten Depressionen oder Burn Out leiden.

Ebenfalls im ersten Quartal nächsten Jahres soll das Planungsverfahren für das „Waldparkviertel“ abgeschlossen sein. Hier sind verschiedene Wohnformen von der Eigentumswohnung bis zur Villa und Häusern für seniorengerechtes Wohnen geplant.

Für Bürgermeister Peter Hinze sind die Pläne auf dem Gelände ein „zukunftsweisendes Projekt, das es in solch einer konzentrierten Form in ganz Deutschland kaum gäbe. Und mit Blick auf den neuen Kindergarten sagte er: „Die Zukunft ist hier schon eingezogen.“

Die „Räuberhöhle“ lädt für Freitag, 23. November“, zum Tag der offenen Tür ein. Eltern können sich dann von 15 bis 18 Uhr in dem neuen Kindergarten an der Ostermeyerstraße umschauen.

(Markus Balser)