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Duisburg: Zu jung für die Rockerrente

Duisburg : Zu jung für die Rockerrente

Werner Browatzki gründete vor 30 Jahren die Rock’n’Roll-Band „Teddy Technik + Die Effekthascher“. Beim Jubiläumskonzert morgen im Hamborner Ratskeller werden alle Titel der neuen Doppel-CD geboten.

Teddy fährt gern Motorrad, liest Comics und spielt Rhythmus-Gitarre in einer Rock’n’Roll-Band. Das ist nicht ungewöhnlich für einen 18-Jährigen – aber Teddy ist keine 18 mehr. Teddy Technik heißt eigentlich Werner Browatzki, ist 57, hat zwei erwachsene Töchter, und ist seit 30 Jahren Kopf der Duisburger Kult-Band Teddy Technik + Die Effekthascher. Von der Ursprungsbesetzung sind zwar nur noch Teddy Technik und Hatti Hammer, der „Satan der Saiten“, übrig geblieben, dabei klingt der Rock’n’Roll im Stil der 50-er Jahre noch immer unverbraucht.

Zum 30-jährigen Bestehen der Band ist nun die neue Live-Doppel-CD erschienen, in der alle Klassiker zu hören sind, mit denen die turbulente Truppe sich in den vergangenen Jahren einen Namen gemacht hat, inklusive zahlloser Fernseh- und Radioauftritte und Gastspielen in China, Litauen, Frankreich, Niederlande, Österreich und in der Schweiz.

37 Songs sind auf den Silberlingen vertreten, darunter auch Buddy Holly’s „That’ll be the day“ (Heute ist der Tag), die legendäre „Sexy Hexy“ (Stupid Cupid) und die unvermeidliche „Motorbiene“. Auch deutsche Oldies im Stile von Trude Herrs „Ich will keine Schokolade“, Connie Francis’ „Schöner fremder Mann“ oder Drafi Deutschers „Marmor, Stein und Eisen bricht“ dürfen da nicht fehlen.

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Dabei kommt, so authentisch die Band in Sound und Auftritt auch daherkommen mag, die nötige Distanz und Selbstironie nicht zu kurz. Und da wird dann aus Bill Haley’s Fetzer „See you later, Alligator“ einfach „Hör’ doch auf mit dem Gezeter“ oder aus Jerry Lee Lewis’ Kracher „Great balls of fire“ schlichtweg „Die alte Leier“, aus „Locomotion“ wird „Schwing’ dich aufn Ofen“, aus „Runaway“ wird „Märchenfee“.

Miss Honey Bee im Petticoat

Dass vermeintlich alter Rock’n’Roll auch heute noch generationenübergreifend begeistern kann, beweist Christiane Schalk alias „Miss Chris Carrera“, die neue Sängerin. „Wenn sie mal verhindert ist, springt ihre Tochter Anna alias Miss Honey Bee ein – und die zieht dann den gleichen Petticoat an wie ihre Mutter“, schwärmt Browatzki. Nahezu jeden Donnerstagabend probt die Truppe im Keller von Browatzkis Haus in Rumeln-Kaldenhausen.

Beim Jubiläumskonzert am Samstag, 20. September, ab 20 Uhr im Ratskeller Hamborn wollen die lediglich äußerlich in die Jahre gekommenen Rock’n’Roller beweisen, dass sich das Üben gelohnt hat. Sie spielen alle Titel der Doppel-CD – ein kochender Saal und Zugaben sind garantiert.

(RP)