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Eishockey: Lang gibt auf — "Didi" kommt

Eishockey : Lang gibt auf — "Didi" kommt

Nach vier Niederlagen in der Deutschen Eishockey Liga ist Füchse-Trainer Karel Lang als Trainer zurückgetreten. Er selbst schlug Didi Hegen als Nachfolger vor – der wurde vor knapp einem Jahr erst beim EVD gefeuert.

Nach vier Niederlagen in der Deutschen Eishockey Liga ist Füchse-Trainer Karel Lang als Trainer zurückgetreten. Er selbst schlug Didi Hegen als Nachfolger vor — der wurde vor knapp einem Jahr erst beim EVD gefeuert.

Die Misere bei den Duisburger Eishockey-Füchsen hat personelle Veränderungen nach sich gezogen. Coach Karel Lang bat gestern morgen um Rückstufung in die Position eines Co- oder Torwarttrainers. Die Aufgabe als Cheftrainer des DEL-Teams übernimmt Didi Hegen. Der 46-Jährige war von 2002 bis 2007 bereits bei den Füchsen in der Sportlichen Verantwortung. Seit heute ist er wieder der Mann an der Bande. Beim Auswärtsspiel morgen gegen die Lions aus Frankfurt wird Hegen den Tabellenletzten das erste Mal coachen.

Didi Hegen ließ sich gestern nicht lange bitten. "Wenn es brennt, muss man helfen", sagte der frühere Eishockey-Torjäger. Auf die telefonische Anfrage von Sportdirektor Franz Fritzmeier reagierte er spontan mit einer Zusage. Erst danach erfolgte die offizielle Bestellung durch den Alleingesellschafter Ralf Pape.

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Fritzmeier und Lang hatten ihren Chef, der derzeit auf Mallorca weilt, über die neuen Entwicklungen informiert und um seine Zusage gebeten. "Ich weiß, dass wir ein Risiko eingehen", gestand Ralf Pape. Schließlich hatte er den Neuen vor kaum einem Jahr erst mangels Erfolg gefeuert.

Die Geschichte eines außergewöhnlichen Trainerwechsels hat weitere originelle Facetten. Am Sonntag hatte sich das Duisburger Team beim 1:6 in Krefeld nach allen Regeln der Kunst blamiert. Ralf Pape legte sich vor seinem Abflug fest: "Lang und Fritzmeier bleiben in der Verantwortung."

Am Coach aber fraßen die vier Niederlagen zum Saisonstart. Gestern morgen ging er zum Training und teilte Sportdirektor Franz Fritzmeier mit, dass er keine Chance mehr sehe, Einfluss auf die Mannschaft zu nehmen. "Es ging nicht mit Härte und auch nicht gutem Zureden", sagte Lang. Der Coach schlug auch gleich vor, es mit Didi Hegen wieder zu versuchen.

Kurioserweise hatte Pressesprecher Bülent Aksen am Montag noch eine Meldung verschickt. Darin war zu lesen, dass Didi Hegen inzwischen die Mannschaft eines Instituts für angewandte Mentalstrategien verstärkt. Diese Neuigkeit hat sich nun allerdings sehr schnell überholt.

Hegen kennt das Füchse-Team. Beim ersten Heimspiel gegen Augsburg, das mit 2:6 verloren ging, schaute der gebürtige Kaufbeurer als Ehrengast zu. Seine Einschätzung: "Die Mannschaft spielt weit unter ihren Möglichkeiten." Über die Gründe dafür wollte er gestern nicht spekulieren. Was er jedoch anstrebt: "Ich will nun eine Mannschaft formen", erklärte Didi Hegen.

Viel Zeit bleibt ihm dafür allerdings nicht. Die Übungseinheit heute ist bereits gleichbedeutend mit dem Abschlusstraining für die Begegnung morgen gegen Frankfurt. Vor einigen Wochen noch hatte Didi Hegen zum neuen Team der Füchse gesagt: "So eine Mannschaft hätte ich gern gehabt." Jetzt hat er sie.

(RP)