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Duisburg: Forum – richtige EntscheidungViel Lob von den ersten 35 000 Kunden

Duisburg : Forum – richtige EntscheidungViel Lob von den ersten 35 000 Kunden

Hätte die SPD vor vier Jahren die Wahl gewonnen, gäbe es heute keine Forum-Eröffnung. Denn anders als CDU und Grüne im Rat der Stadt gaben die Sozialdemokraten dem MultiCasa-Projekt den Vorrang, das weitab vom Innenstadtkern gebaut worden wäre und die Kunden von der Königstraße weggezogen hätte. Seit Tagen ist die Duisburger Innenstadt voller als üblich. Ständig standen Passanten vor dem Forum und versuchten herauszufinden, was hinter den bereits dekorierten Schaufenstern geschieht. Wie groß die Neugier ist, zeigte sich auch am Dienstag beim Vor-Verkaufstag von Karstadt mit 35 000 Kunden. Von der Sogwirkung profitieren auch diejenigen, die das Forum nicht direkt ansteuern. Der König-Heinrich-Platz ist ein echter Hingucker geworden. Und ohne das Forum wären wohl auch die Tonhallen- und die Claubergstraße nicht herausgeputzt worden. Auf das Einkaufszentrum reagiert haben ebenfalls einige Geschäftsleute in der Nachbarschaft, die ihre Läden umgebaut und modernisiert haben. Und weitere werden folgen, wenn das Forum wie erwartet läuft.

Diese positven Folgen hätte MultiCasa niemals auslösen können, weil die unmittelbare Anbindung an den City-Einzelhandel gefehlt hätte. Es war gut für Duisburg, dass CDU, Grüne und der Oberbürgermeister Vertrauen in den Investor Multi Development gesetzt haben, der Duisburg auch noch die neue „Königsgalerie“ und das „Stadtfenster“ bescheren wird und – wie vor Monaten berichtet – an der Mercatorstraße ein Verwaltungsgebäude bauen wird. Die Einzelhändler in der City müssen aufpassen, dass sie hinter dem Forum nicht herhinken. Und die Stadtpolitik ist gefordert, an der Weiterentwicklung der Innenstadt konzentriert zu arbeiten. Der Foster-Masterplan gibt die Richtung vor. Und es gibt keinen Zweifel daran, dass die, die von Anfang an an das Forum geglaubt haben, auch aus den Foster-Ideen Wirklichkeit werden lassen.

Barbara Kelling, Geschäftsführerin von Karstadt in Duisburg, hat harte Jahre hinter sich. Zuerst im alten Haus an der Königstraße, in das zu investieren sich nicht lohnte, dann die drei „Exil-Jahre“ in der Galeria am Kuhtor, nachdem der Konzern die Neuinvestition im Forum genehmigt hatte. Doch ihr Lohn fürs Durchhalten ist ein Warenhaus, um das die Nachbarstädte sie beneiden werden. So zumindest urteilten viele der 35 000 Kunden, die bereits am Dienstag durch das Haus gehen durften und Kelling gratulierten. „Den lustigsten Kommentar machte ein Besucher, der mir erklärte, die goldene Leiter des Forums sei dafür da, dass der liebe Gott bei uns zum Einkaufen kommen kann“, erzählte sie gestern, als sie ihr Warenhaus für die Gala am Abend vorbereitete.

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35 000 Kunden zum Vor-Verkauf, da staunten auch Multi Development-Geschäftsführer Axel Funke und Oberbürgermeister Adolf Saulerland, denen Barbara Kelling gestern ihr Haus zeigte. Sauerland war hoch erfreut, dass Karstadt mit dem Slogan wirbt: „Duisburg hat Klasse“. Doch das geht ihm offenbar noch nicht weit genug: „Duisburg ist klasse“, sagte er und bescheinigte: „Was hier gelungen ist, das ist einmalig.“

Multi Development Geschäftsführer Axel Funke hörte dieses Lob nur zu gerne, schon allein, weil sein Unternehmen 240 Millionen Euro investiert hat. Mit dem neuen Karstadt-Haus werde der Beweis angetreten, dass das Warenhaus als Betriebskonzept eine Zukunft hat, so Funke.

Mindestens zehn Jahre

Karstadt hat sich für mindestens zehnJahre an das Forum vertraglich gebunden und tritt mit 250 Mitarbeitern an, darunter 50 neue, vor allem aber mit langjährigen Beschäftigten, die Kunden zu bedienen. Das „Boulevard Plus“-Haus rechnet mit bis zu 25 000 Besuchern am Tag.

(RP)