Duisburg: Unternehmer machen Logistik leichter

Duisburg: Unternehmer machen Logistik leichter

Duisport hat im Innenhafen Raum zur Verfügung gestellt, in dem Start-ups intelligente Lösungen unter anderem für die Logistikbranche entwickeln. Die Hafengesellschaft und andere Partner helfen ihnen dabei.

Seit März entwickeln fünf Jungunternehmer im Innenhafen Ideen, mit denen sie erfolgreich durchstarten wollen. Sie nehmen an einem Projekt teil, das Duisport aus der Taufe gehoben hat. Industrie und Logistik vernetzen - das ist das Ziel von "Startport." Von der intelligenten Wohnungssuchmaschine, über digitalisierte Lagerlogistik oder automatische Lieferroutenplanung, bis hin zu automatisierten Marktplätzen für Frachtunternehmen und verbesserter Distribution reicht die Palette der Start-up-Teams, die genaue Vorstellungen davon haben, was in der Logistikbranche zukunftsträchtig sein könnte.

In dem 670 Quadratmeter großen Geschoss in der Wehrhahnmühle hat Duisport den Arbeitsraum speziell für Start-up-Unternehmen aus dem Logistikbereich eröffnet. Die angenommenen Gründer können ein Jahr lang auf die Büroflächen und Infrastruktur von "Startport" zurückgreifen und werden dabei von den Exklusivpartnern von Duisport unterstützt. Zu den Partnern gehört unter anderem Klöckner & Co, Evonik und der Initiativkreis Ruhr. Mit Cisco und Bechtle sind nun zwei weitere Unternehmen eingestiegen. "Das zeigt uns, dass wir mit unserer Idee Startport richtig liegen", sagt Erich Staake, Vorstandsvorsitzender der Duisport AG.

"Es ist schon erstaunlich, wie umständlich die Logistik noch ist," sagt Lasse Keldorf Jensen, Mitbegründer von Shippion.com, einem der Jungunternehmen. Mit seinem Internetportal will er das Zusammenspiel von Exporteuren und Logistikdienstleistern einfacher machen. "Unser Ziel ist es, einen Preisvergleich zu ermöglichen, wie es ihn schon lange bei Flugzeugtickets und Hotels gibt." Jensen stammt aus Dänemark und ist in fünfter Generation im Logistikbereich tätig. "Duisburg ist als Standort für uns ideal, weil durch den Hafen bereits viele Logistikunternehmen in der Nähe sind."

Tobias Heyers Start-up hat den Namen DepoCity. "In dieser Region können wir durch die gute Hochschuldichte auf viele informatikaffine Menschen treffen, die uns bei der Umsetzung unserer Projekte helfen", sagt Heyer. DepoCity will aufstrebenden Gründern die Übernahme der Logistik oder Lagermöglichkeiten über ein Internetportal künftig erleichtern "Es ist für kleine und mittelständische Unternehmen schwierig, in Kontakt mit den großen Frachtunternehmen zu kommen", sagt Heyer, der lange Zeit bei DHL gearbeitet hat. Er unterhält mit seiner Firma bereits 21 Standorte in ganz Deutschland.

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Ebenfalls schon im Geschäft ist das Unternehmen Cargobay. Mehr als 1000 Kunden konnte das Team um Gründer Max Dering nach seinen Angaben bereits gewinnen. Er will mit seinem Frachtvergabeportal und internen Netzwerklösungen eine effizientere Logistikkette und vereinfachte Arbeitsprozesse ermöglichen. "Wir können so unserem Kunden erhebliche Kostenersparnisse bringen," erklärt Dering. "Ob eine Tour dreimal gefahren werden muss oder nur einmal, macht einen großen Unterschied." Für ihn ist Startport eine Gelegenheit, um weitere Kunden auf sich aufmerksam zu machen.

Erich Staake ist von den Gründungs-Teams angetan. "Wir brauchen mehr Startups wie diese in unserer Branche." Wichtig sei besonders die Motivation. "Eine Idee allein reicht nicht aus. Man braucht auch den Willen und das Durchhaltevermögen, sie umzusetzen", sagt Staake.

Für Aindex Gründer Stephan Lucka und seine Mitstreiter ist das kein Problem. Ihre Internetplattform soll die Ideale Wohnung finden. "Ich bin derzeit auch auf Wohnungssuche und bin teilweise sehr genervt von den bisherigen Anbietern", erklärt Andrey Bogomolov von Aindex. "Unser Programm bietet eine Pendelberechnung für alle, denen es um die perfekte Anbindung zu ihrem Arbeitsplatz geht." Bogomolov ist zuversichtlich, dass Aindex durch seine Leistungsfähigkeit überzeugen wird.

Das hofft auch das Team von FreightPilot. Es will die Auslieferung auf "der letzten Meile" durch das Vernetzen von Unternehmen sicher stellen. "So können wir eine Kostenreduzierung von bis zu 20 Prozent bei der Auslieferung erzielen und gleichzeitig den Ausstoß von CO2 senken", ist Sven Spiekermann, Gründer von FreightPilot überzeugt. In Zukunft wird Startport noch weitere Gründer unter seine Fittiche nehmen. "Wir werden uns bald um weitere Räume kümmern", sagte Erich Staake gestern zu.

(RP)