Duisburg: Konzert auf der Regattabahn zum Start

Duisburg : Konzert auf der Regattabahn zum Start

Die Programmbroschüre für die Philharmonischen und alle anderen städtischen Konzerte ist frisch gedruckt und wird heute und morgen nach den Konzerten in der Mercator-Halle verteilt. Mischung aus "Chefstücken" und Entdeckungen.

Duisburg ist eine Musikstadt. Das wurde gestern beim Pressegespräch mit Intendant Alfred Wendel und Kulturdezernent Thomas Krützberg wieder deutlich. Und das beweist auch das Angebot für die kommende Spielzeit, das in der neuen Broschüre "Play", dem Jahresmagazin der Duisburger Philharmoniker, aufgelistet, wird. Rund 180 Seiten umfasst dieser Katalog mit sämtlichen Philharmonischen und allen anderen städtischen Konzerten, der heute und morgen bei den Konzerten in der Mercatorhalle an die Besucher kostenlos verteilt werden soll. Intendant Alfred Wendel wollte gestern nur auf einige Highlights aufmerksam machen, und dennoch dauerte das Pressegespräch eineinhalb Stunden. Es hätte, wollte man der voraussichtlichen Qualität der Konzerte gerecht werden, stundenlang dauern können...

Vorweg machte Thomas Krützberg klar, dass die Kandidatensuche nach einem neuen Generalmusikdirektor nach dem ersten Philharmonischen Konzert der nächsten Saison enden wird. Am 19. und 20. September leitet Jan Willem de Vriend das Konzert mit Werken von Wolfgang Amadeus Mozart, Camille Saint-Saens und Franz Schubert. Der niederländische Dirigent, der besonders auf dem weiten Feld der historischen Aufführungspraxis einen guten Namen hat, gilt durchaus als GMD-Kandidat. Genauso übrigens wie Benjamin Shwartz, der heute und morgen die Duisburger Philharmoniker dirigieren wird und der gewiss sehr gute Aussichten auf den GMD-Posten hat.

Wenn das Wetter keinen Strich durch die Rechnung macht, wird es einen spektakulären Saisonstart geben: Geplant wird für Samstag, 1. September, 20 Uhr (Einlass mit Musik ab 18 Uhr), ein Serenadenkonzert auf der Regattabahn im Sportpark Wedau. Dabei werden die Duisburger Philharmoniker auf einer schwimmenden Bühne musizieren, 20 Meter vom Ufer entfernt. Rund 1000 Besucher können für 15 Euro einen Stehplatz auf der Uferwiese buchen, weitere 1000 können Platz auf der Tribüne oder Ehrentribüne (25 bzw. 35 Euro) finden. Geboten wird ein Programm, das von festlicher Barockmusik bis zu den großen Hits aus Musical und Film reicht. Unter den Gastkünstlern ist Sabrina Weckerlin, ein "Superstar" der deutschen Musical-Szene. Der Kartenvorverkauf für dieses und alle anderen Konzerte läuft ab dem 4. Juni. Wenn das "Wasserkonzert" ein Erfolg wird, könnte es im Wechsel mit den Haniel-Open-Air-Konzerten wiederholt werden, deutete Wendel gestern an. Das Programm der Philharmonischen Konzerte soll stets eine Mischung aus "Chefstücken", die fast jeder Musikfreund kennt, und Entdeckungen sein, die neu oder nur ganz selten öffentlich zu hören sind. In der nächsten Saison wird Axel Kober noch einmal die Aufgabe des Chefdirigenten übernehmen. Kober dirigiert zum Beispiel das Philharmonische Konzert am 7. und 8. November, bei dem wieder einmal die Orgel der Mercatorhalle im Mittelpunkt stehen wird. Der Orgelvirtuose Gunther Rost (Jahrgang 1974), der schon mit 27 Jahren Professor an der Grazer Universität für Musik und darstellende Kunst wurde, spielt Poulenc' Konzert für Orgel, Streicher und Pauke g-Moll. Eine besondere Empfehlung sprach Wendel für das zweite Philharmonische Konzert am 17./ 18. Oktober aus. Dabei dirigiert Peter Hirsch ein frühes und ein spätes Werk von Bernd Alois Zimmermann. Zimmermanns Tafelmusik für Alfred Jarrys grotesken Dramenhelden "König Ubu" mit seiner furiosen Zitatensammlung aus bekannten Kompositionen müsse man gehört haben... Auf dem Programm der kommenden Spielzeit steht auch ein Werk des 1980 in Duisburg geborenen Komponisten Hauke Berheide, der sich vom altgriechischen Ikarus-Mythos inspirieren lässt. Zu hören ist sein "Icaro" für Violoncello und Orchester im letzten Philharmonischen Konzert der kommenden Saison am 26. und 27. Juni 2019. Ein Gastkonzert führt die Philharmoniker am 13. März 2019 nach Mailand, in den Sala Verdi. Unter der Leitung von Fabrizio Ventura spielt das Duisburger Orchester Johannes Brahms (Konzert für Klavier und Orchester Nr. 2 B-Dur op. 83) und Nikolai Rimski-Korsakow ("Scheherazade", Sinfonie Suite op. 35). Das Werk von Rimski-Korsakow steht übrigens am 16./ 17. Januar 2019 auf dem Programm in der Mercatorhalle.

(pk)
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