Duisburg: Meiderich: Schweres Unglück im U-Bahntunnel

Duisburg: Meiderich: Schweres Unglück im U-Bahntunnel

Viele Verletzte bei U-Bahn-Unglück in Duisburg

Großeinsatz für Polizei, Feuerwehr und Rettungskräfte gestern Nachmittag: Bei einem schweren Unfall zweier U-Bahnen in Meiderich sind gestern zwei Menschen schwer und 21 leicht verletzt worden. Die Ursache blieb zunächst unklar.

Die Straßenbahnlinien 903 und U 79 sind die best-frequentierten im Stadtgebiet. Vor allem im morgendlichen Berufsverkehr und am Nachmittag sind die Bahnen in der Regel proppevoll. So auch gestern, als kurz nach 15 Uhr im U-Bahn-Tunnel in Höhe der Haltestelle "Auf dem Damm" eine Bahn auf eine weitere aufgefahren ist. Bei einer der Straßenbahnen handelte es sich um eine Dienstfahrt, die andere war auf dem regulären Weg von Dinslaken in Richtung Hüttenheim. Über die Zahl der Verletzten gab es zunächst unterschiedliche Angaben.

Rund zwei Stunden nach dem Zusammenstoß, gegen 17 Uhr, teilte die Duisburger Berufsfeuerwehr mit, es seien 21 Fahrgäste leicht und zwei schwerer verletzt worden. Weitere 15 Betroffene würden durch die Einsatzkräfte vor Ort betreut. Es habe zum Glück keine Schwerstverletzten und auch keine Toten gegeben. Auch wurden keine Fahrgäste bei dem Zusammenstoß eingeklemmt. Am Abend hieß es, dass 23 Verletzte gezählt worden seien, unter ihnen auch die beiden Bahnfahrer. Der eine kam mit einem Schock ins Krankenhaus, der andere wurde nach Hause gebracht, gleichfalls geschockt.

Der Straßenbahnverkehr auf der Linie war bis in den späten Abend nur eingeschränkt möglich. In Duissern war für die Bahnen in Richtung Norden Endstation. Aus Richtung Dinslaken endete der Schienenverkehr am Meidericher Bahnhof. Dazwischen hielten Ersatzbusse die Verbindung aufrecht.

Im U-Bahn-Tunnel fahren die Bahnen in der Regel autonom mit einem System nahmens "Alf" - automatische Linienführung. Vor der Einfahrt in eine Haltestelle wird die Geschwindigkeit gedrosselt, so dass die Züge sich langsam dem jeweiligen Haltepunkt nähern. Eigentlich müssen die Fahrer auf dem Weg durch die Tunnelröhren nicht eingreifen. Dass neben den Linienfahrzeugen auch außerhalb des Fahrplans Dienst-Straßenbahnen dort unterwegs sind, ist nicht unüblich, und das automatische System reagiert auch darauf. Die aufgefahrene Bahn soll die der Linie 903 gewesen sein. Bestätigen konnten dies allerdings gestern keiner.

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Seit der Inbetriebnahme der Duisburger U-Bahn hat es bei der DVG kein vergleichbar schweres Unglück gegeben. 1992 war der erste unterirdische Abschnitt zwischen Hochfeld und Duissern mit fünf Haltestellen freigegeben worden. Acht Jahre später war auch der Tunnel unter der Ruhr fertiggestellt, so dass zwei weitere Haltestellen hinzu kamen (Auf dem Damm und Meiderich Bahnhof). Aus dem geplanten Weiterbau in Richtung Hamborn wurde aus finanziellen Gründen nichts.

Die Duisburger Verkehrsgesellschaft informierte gestern schon kurz nach dem Unglück ihre Fahrgäste über das Internet und die sozialen Medien und wies auf erhebliche Verspätungen hin. Anders als die Bahnen, die für den Abschnitt von Duissern bis Meiderich nicht einmal fünf Minuten benötigen, "schwimmen" Busse (und somit auch der Schienenersatzverkehr) im normalen Straßenverkehr mit und stecken daher auch in den Staus fest, die zwischen den Stadtteilen links und rechts der Ruhr die Regel sind. Der Fahrplan der Straßenbahnen geriet gestern entsprechend durcheinander

Eine Unfallursache konnte das Verkehrsunternehmen gestern noch nicht bekanntgeben. Denn die Sachverständigen nahmen erst am frühen Abend ihre Arbeit auf. Erleichterung herrschte gestern bei der DVG lediglich darüber, dass es weder Schwerstverletzte noch Tote gegeben hat.

Dennoch war die Betroffenheit bei den Verantwortlichen darüber groß, dass bei dem Unglück überhaupt Fahrgäste zu Schaden gekommen sind.

(RP)