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Duisburg: Kolumbarium nun komplett saniert

Duisburg : Kolumbarium nun komplett saniert

Die Renovierung der entwidmeten Kirche in Duissern, die das Kolumbarium beherbergt, ist abgeschlossen.

Friedhelm Jung ist erleichtert. Nach etwa zwei Jahren aufwendiger Sanierung ist das von ihm betriebene Kolumbarium an der Wintgensstraße in Duissern fertiggestellt. "Wir sind froh, dass das endlich vorbei ist", so der 68-jährige Bestattungsunternehmer.

Zuletzt musste noch die unter Denkmalschutz stehende Fassade der im Jahre 2004 entwidmeten Kirche der Evangelischen Gemeinde Alt-Duisburg von einer Fachfirma aus Siegburg Stück für Stück ausgebessert werden. Als Jung das Gebäude im Jahr 2010 auf Erbpacht erwarb, war das ehemalige Gotteshaus in einem sehr schlechten Zustand. Fotos aus jener Zeit dokumentieren, wie dringend die Sanierung war.

Die Außenanlagen waren zugewuchert, die sanitären Anlagen veraltet und verschmutzt, und der Kirchenboden wegen einer undichten Stelle im Dach durch einströmendes Wasser beschädigt. "Vom Dach bis zum Keller haben wir alles renoviert", so Jung. Daneben wurde die Heizungsanlage von Öl auf Fernwärme umgestellt und neue Elektrik installiert. Die Investitionen beliefen sich auf insgesamt etwa 500 000 Euro. Seit Anfang des Jahres 2012 ist der Urnenfriedhof nun in Betrieb.

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"Es ist ein offizieller Friedhof, der von der Bezirksregierung genehmigt wurde. Träger ist die evangelische Kirche", so der Betreiber. 690 Fächer stehen im Innern des Kirchenschiffs zur Verfügung. Zählt man die Doppelfächer mit, können hier bis zu 900 Urnen eingestellt werden. Insgesamt 20 Jahre werden die sterblichen Überreste aufbewahrt, davon zwölf Jahre in den Fächern und weitere acht Jahre in einer geschlossenen Grabkammer.

Danach erfolgt die endgültige Beisetzung. Wie genau diese aussieht, darüber macht sich Friedhelm Jung derzeit noch Gedanken. "Möglich ist eine Bestattung in Sammelgräbern oder auf See", sagt er. Die Gebühr für eine Einzelnische beträgt 1492 Euro, eine Doppelnische kostet 2190 Euro zuzüglich Einstellgebühr sowie Entnahme und Endbeisetzung.

"Das Interesse ist sehr groß. 45 Urnen sind bereits eingelagert und 60 Fächer reserviert", so der Bestattungsunternehmer. Im Eingangsbereich stehen kleine Vasen bereit, die viele Nutzer mit Blumen vor das Fach stellen. Die Idee, ein Kolumbarium in Duisburg zu eröffnen, hatte Jung schon lange. "Vor vielen Jahren habe ich die großen Urnenfriedhöfe in den USA gesehen", erzählt er. Auch in südlichen Ländern sei diese Form der Urnenbeisetzung, die es in Deutschland erst seit dem Jahr 2001 gibt, sehr verbreitet.

"Jetzt haben die Angehörigen eine Anlaufstelle", so der Bestatter, der zusammen mit seiner Tochter eine eigene Firma gründete, um das Kolumbarium zu betreiben. Der Alternative, Urnen in der Erde beizusetzen, steht er skeptisch gegenüber. "Ich bin kein Freund anonymer Anlaufstellen", so Jung. Viele Angehörige würden diese Art der Bestattung nur wählen, um die Grabpflegekosten zu sparen. "Aber die hat man hier auch nicht", so Jung. Für die Trauerfeiern stehen ein Rednerpult, eine Orgel sowie ein CD-Player zur Verfügung. Eine Beisetzung auf dem Urnenfriedhof hätte gerade für ältere Angehörige zahlreiche Vorteile. "Viele fühlen sich nicht sicher, wenn sie abends auf den Friedhof gehen. Hier ist alles videoüberwacht", sagt Jung. Mit Hilfe eines elektronischen Chips können die Angehörigen die ehemalige Kirche täglich von morgens bis abends betreten.

(RP/rl)