Duisburg: Freie Kultur in Obermeiderich

Duisburg: Freie Kultur in Obermeiderich

Das Theater an der Niebuhrg hat sich mit seinen Musicaldarbietungen in der Region etabliert.Jetzt präsentiert es zudem eine Ausstellungsreihe mit Bildern, Skulpturen und Installationen.

Vor über drei Jahren hatte sich die Kulturlandschaft Duisburgs um ein Theater erweitert. Das Theater an der Niebuhrg kam nach Obermeiderich direkt an die Stadtgrenze zu Oberhausen und bezog ein ehemaliges Zechengelände.

Auf dem gut 11 000 Quadratmeter großen Grundstück begann Produktionsleiter Holger Hagemeyer 2006 mit der Produktion von Theaterstücken. Dafür bezahlte er eine Viertel Millionen Euro und verbaute bisher rund 2,6 Millionen Euro. Denn als der 51-jährige das Gelände mitsamt den Gemäuern erwarb, schaute man noch auf Ruinen mit teilweise fehlenden Dächern, Graffitibesprühten Wänden und gestohlener Inneneinrichtung.

200 Vorstellungen im Jahr

Nachdem die Sanierung des jetzigen Theatergebäudes fertig war, eröffnete Hagemeyer offiziell das Theater an der Niebuhrg und gab seinen seit 1997 existierenden Standort in Oberhausen 2006 auf. Das Schilda-Theater direkt am CentrO diente bis 2008 nur noch als Partyhalle. "Wir wollten erst sehen, wie das Theater Niebuhrg ankommt", erklärt Hagemeyer. Obwohl es in Oberhausen gut lief, zog er an die Stadtgrenze zu Duisburg. "Viele Besucher kamen zu spät, weil sie im Stau vor dem CentrO standen", sagt Holger Hagemeyer. Der gebürtige Oberhausener und sein Team präsentieren rund 200 Vorstellungen im Jahr aus der Sparte Musical,- Kinder- und Improvisationstheater sowie Schauspiel. "Das Programm wechselt, doch viele Stücke werden auch bis zu fünf Spielzeiten lang gespielt", so Hagemeyer.

  • Musical : Benjamin Blümchen kommt in die Rheinhausen-Halle

Seit dem vergangenen Jahr gibt es auf dem Gelände zudem ein Gartentheater mit rollender Containerbühne. Zudem ist Hagemeyer dabei, ein 800 Quadratmeter großes Mehrgenerationenwohnheim einrichten, in das er selber später einziehen möchte.

Eingerichtet wurde mittlerweile auch die Lohnhalle, in der früher die Bergleute ihren Lohn bekamen. Dort hat nun die Ausstellungsreihe "12 12 12" begonnen. Die Künstlerin Martina Murgia aus Herne mit dem Künstlernamen Mamu-Art (www.mamu-art.de) machte mit ihren Bilder aus den Bereichen Erotik, Natur, Umwelt und Fantasie den Anfang. In den nächsten Monaten werden zwölf Ausstellungen von zwölf Künstlern gezeigt. So weit der Plan, denn Holger Hagemeyer gibt zu, dass aus den zwölf etwa 30 Künstler geworden sind und im August keine Ausstellung stattfindet. Da habe auch das Theater Pause,so Hagemeyer.

Vom 28. Februar bis zum 21. März wird die Künstlergruppe OK die Ausstellungsreihe fortsetzen. Wer sich für die Kunstausstellungen interessiert, kann diese zu Zeiten der Theatervorstellungen besuchen. Bis zu zwei Stunden vorher ist die Lohnhalle geöffnet.

(RP)
Mehr von RP ONLINE