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Duisburg: Sagenhafte Pointen

Duisburg : Sagenhafte Pointen

Das Improvisationstheater "Springmaus" begeisterte rund 600 Zuschauer in der Rheinhausen-Halle. Vera Passy, Gilly Alfeo und Norbert Frieling interpretierten Musiktitel neu, schrieben einen Krimi zu Ende und machten aus der Liebesgeschichte eines Rheinhauser Pärchens spontan ein Musical.

Rheinhausen Mit seiner "riesengroßen Gruppentherapie" hat das Improvisationstheater "Springmaus" am Samstagabend mehr als 600 Zuschauer in der Rheinhausen-Halle begeistert. Von Szenen über Dinge, die einen wirklich nerven, bis zur Neuinterpretation eines besonders schrecklichen Musiktitels ("Ein Stern" von DJ Ötzi wurde gewählt) war alles dabei. Mit einer unheimlichen Portion Schlagfertigkeit produzierten Vera Passy, Gilly Alfeo und Norbert Frieling sagenhafte Pointen.

"Auf die Couch – Lebenshilfe live" begann mit der klassischen Fragerunde, wo man herkommt, was man so macht. Doch dann ging es Schlag auf Schlag in die Therapie. Der Sitznachbar, meist der mitgebrachte Partner, sollte eingehend betrachtet und spontan das Tier genannt werden, an das er erinnerte.

Brunftschreie und Seufzen

Der Warnung, dass "Schabrackentapir" wohl nicht besonders gut ankommen würde, hätte es nicht bedurft, wie Frieling nachher erleichtert feststellte. "Es hat nicht geklatscht, also gut gelogen meine Herren", lobte er den Erfindungsreichtum seines Geschlechts im Angesicht der Gefahr. Dann ließ Frieling die Herren noch einen zünftigen Brunftschrei ausstoßen und die Damen verklärt seufzen, und schon ging es rasant weiter.

Wahllos schlug eine Besucherin die "gelben Seiten" von Köln auf. Das Genre, das dort stand, bildete die Grundlage für die erste Szene. Die Dame tat einen Glücksgriff: Detektive. Das Spiel funktionierte so, dass Passy und Frieling ihre Aussagen verändern mussten, wenn Alfeo ein Piepsen ertönen ließ. So wurde aus der Begrüßung "Eigentlich hätte ich gar nicht mehr aufgemacht" durch den Piepser des Kollegen ein "Kommen Sie rein, ich brauche das Geld!".

Krimi mit romantischem Ende

Mit Hilfe des Publikums schrieb Alfeo im Anschluss einen bis dato unfertigen Krimi zu Ende, den seine beiden Kollegen live darboten. Schon die Suche nach dem passenden Titel sorgte für Gelächter, denn eine Gruppe Altenpflegerinnen hatte sich bei freier Sitzplatzwahl in der ersten Reihe platziert und auch bei der Fragerunde zu Beginn ihren Berufsstand preisgegeben. Natürlich musste der Krimi dann in ihrem Wirkungsfeld spielen, so dass es zügig mit "Leichenblässe im Altersheim "Zum morschen Knochen'" losgehen konnte. Nach etlichen Verwirrungen, einem Mordverdacht und der Überführung der bösen Oberschwester Barbara durch die angehende Krankenpflegerin Eva und den Kommissar kam es zu einem romantischen Ende: "Und dann sagte er das Schönste, was je ein Kommissar zu einer angehenden Altenpflegerin gesagt hatte: 'Also für mich bist du von einer attraktiven Frau quasi kaum zu unterscheiden' – und Schluss".

Das Highlight der Show war das eigens auf ein Pärchen aus dem Publikum zugeschnittene Musical. Uwe und Eva aus Rheinhausen waren die Mutigen, die auf der Bühne von ihrem Kennenlernen auf einer griechischen Insel berichteten. All das wurde zu einer lustigen Musikgeschichte verschmolzen, die beide zur Erinnerung auf DVD erhielten.

(RP)