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Duisburg: Ein letztes Mal sitzen alle an einem Tisch

Duisburg : Ein letztes Mal sitzen alle an einem Tisch

Die Hauptschule In den Haesen hat gestern ihren Schulbetrieb eingestellt. Am letzten Schultag überhaupt trafen sich alle verbliebenen Schüler und Lehrer noch einmal zu einem gemeinsamen Frühstück.

Nach zwei Jahren des Auslaufens wirkte die Gemeinschaftshauptschule In den Haesen von außen schon sehr verlassen, doch drinnen in der Pausenhalle herrschte gestern noch Leben. Bevor die Schule ihre Pforten für immer schloss, frühstückten alle verbliebenen Schüler und Lehrer samt Schulleiter Klaus Weinberg noch einmal gemeinsam.

"Die zehnten Klassen haben wir vor eineinhalb Wochen schon mit einer Feier entlassen", erzählte Weinberg. Da seit zwei Jahren keine Klassen mehr nachgerückt sind, saßen nun noch die Schüler der Jahrgangsstufen sieben bis neun zusammen. "Viele von ihnen gehen an die Erich-Kästner-Gesamtschule in Hochheide, einige wenige wechseln nach Moers, und der Rest - etwa 40 Schüler - gehen nach den Sommerferien an die Heinrich-Böll-Schule nach Meiderich", zählte der Schulleiter auf.

Seit Anfang 2013 leitet er parallel auch diese Schule und wird zusammen mit Konrektorin Karin Lerch und vier weiteren Lehrern nun ganz hinüberwechseln. "So kann ich meine ganze Kraft dort einbringen", sagte er. Weinberg blickt nach vorn, wie er sagte, und sprach auch gestern Morgen seinen Schülern noch einmal Mut zu.

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"Der Abschied fällt mir schon ein bisschen schwer", sagte der 16-jährige Shawn. "Ich bin seit der fünften Klasse hier und an dieser Schule hängen viele Erinnerungen. Ein paar meiner Freunde wechseln zu anderen Schulen." Shawn wird nach den Sommerferien die zehnte Klasse die Heinrich-Böll-Schule besuchen.

"Wir haben einen Projekttag dort gemacht", erzählte Weinberg. Alle Schüler, die dorthin wechseln, fuhren gemeinsam nach Meiderich und erkundeten zusammen mit den dortigen Schülern das Gebäude, schnupperten in verschiedene Bereiche hinein und lernten schon einige der Lehrer und vor allem auch den Schulweg kennen. "Am ersten Schultag werde ich die gesamte Schülerschaft in der Aula begrüßen und ihr noch einmal alle Lehrer vorstellen", so Weinberg. "Ich denke, das wird schon."

Die beiden 14-jährigen Freundinnen Maria und Amira aus der siebten Klasse werden zusammen die Rheinhauser Hauptschule an der Friedrich-Ebert-Straße besuchen. "Wir haben gefragt und kommen auch wieder in dieselbe Klasse", sagte Amira. Ein bisschen komisch werde es aber schon: "Es ist alles so neu", sagte Maria. Besucht haben die beiden die neue Schule aber schon.

"Es ist schade. Unsere Schule hat einen schönen Standort, es ist eine gepflegte Schule mit gutem Klima. Die Schüler haben sich hier wohlgefühlt", resümierte der Schulleiter. Warum die Anmeldezahlen derart sanken, dass keine Eingangsklassen mehr gebildet werden konnten, erklärt sich Weinberg durch den sukzessiven Ausbau der Gesamtschulen und den Rückgang der Schülerzahlen insgesamt. Zudem sei die Hauptschule als Schulform in der Öffentlichkeit nicht gut angesehen, sodass Eltern sich eher für andere Schulformen entscheiden würden.

(amra)