Schüsse unter Rocker-Kollegen in Duisburg Täter nach Attacke mit "Schieß-Kugelschreiber" verurteilt

Duisburg · Wegen versuchten Totschlags wandert ein 46 Jahre alter Mann aus Oberhausen ins Gefängnis, dies hat das Duisburger Schwurgericht am Donnerstag entschieden. Der 46-Jährige hatte im Januar den 43-jährigen Lebensgefährten seiner Ex-Freundin mit einer Schusswaffe schwer verletzt und war danach geflüchtet.

Mann schießt Freund seiner Exfreundin an
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Nach der Tat im Januar hatte sich der Oberhausener abgesetzt und war untergetaucht. Die Polizei hatte noch am Tag der Tat eine Fahndung eingeleitet, die jedoch ohne Erfolg blieb. Sechs Tage später suchte der Oberhausener dann in Begleitung seines Anwalts eine Polizeiwache in Duisburg auf und stellte sich.

Im Laufe des Verfahrens erklärte der Täter, dass er aus Sorge um sein Kind, das bei der Ex-Freundin lebte, die Wohnung der Frau aufgesucht hatte. Der Täter, der Mitglied der Rockergruppe Bandidos ist, hatte zunächst seine Kontakte zu der ehemaligen Oberhausener Ortsgruppe der Bandidos spielen lassen, weil er wusste, dass das spätere Opfer einer anderen Ortsgruppe der Bandidos nahe steht. Die befreundeten Rocker teilten ihm jedoch mit, dass die Beziehung keine Angelegenheit des Clubs sei.

Da er vermutete, dass sein Gegenüber einer körperlichen Auseinandersetzung nicht aus dem Weg gehen würde, bewaffnete sich der Oberhausener. Er besorgte sich eine Waffe, die er im Verfahren als "Schieß-Kugelschreiber" bezeichnete. Die Waffe die mit zwei Pistolenpatronen geladen war, wurde jedoch bei der Tat zerstört, sodass die genaue Form nicht mehr geklärt werden konnte. Fest steht jedoch, dass die Waffe einem Kugelschreiber nur optisch ähnelte, aber nicht aus seinen Einzelteilen gebaut wurde.

Die Schüsse feuerte der Täter nach einer heftigen Auseinandersetzung mit seinem 43-jährigen Gegenüber ab. Früh morgens wollte der Täter seine Ex-Freundin abpassen als sie mit dem Kind zum Kindergarten fahren wollte. Er wollte der Frau den Mund zu halten und drückte sie wieder ins Haus. Der neue Freund der Frau hörte sie schreien und stürzte auf den Angreifer zu. Er versuchte sich mit einem Küchenmesser gegen den Täter zu wehren, die Klinge brach jedoch ab. Nach dem der 43-jährige entwaffnet war, feuerte der Täter mit seinem "Schieß-Kugelschreiber" auf sein Opfer.

Das Opfer wurde mit lebensgefährlichen Verletzungen in eine Klinik gebracht und musste sofort notoperiert werden. Wie die Polizei mitteilte, hatte sich der Zustand des Opfers bereits Ende Januar verbessert.

(ac)