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Duisburger Hafen will bei Krefelder Terminal einsteigen

Blick in die Nachbarschaft : Duisburger Hafen will bei Krefelder Terminal einsteigen

Am Krefelder Container-Terminal soll eine Anlage für den Umschlag von Lkw-Aufliegern entstehen.

Der Duisburger Hafen blickt schon länger über den Gartenzaun und engagiert sich jenseits der Duisburger Stadtgrenzen. Aktuell steht auf der Agenda ein Einstieg beim Krefelder Container-Terminal (KCT). Der war schon im Duisport-Geschäftsbericht 2017 angekündigt, gleichwohl gibt man sich in der Hafen-Zentrale in Ruhrort noch recht zurückhaltend: „Dieser Prozess ist noch nicht abgeschlossen, wird aber erfolgen“, erklärte ein Unternehmenssprecher.

Worum geht es? Im Krefelder Hafen, unmittelbar am Rhein und gegenüber Mündelheim, ist ein Trailerport geplant, also eine Umschlagsanlage für Lkw-Auflieger. Noch keine Angaben gibt es, wie hoch die Beteiligung der Duisburger am Krefelder Terminal sein wird. Duisport geht davon aus, auf diesem Wege Entlastung zu schaffen für den Lkw-Aufliegerverkehr auf dem Logport 3-Gelände in Hohenbudberg.

Rund 20 Millionen Euro sollen dort investiert werden auf einem seit 1912 betriebenen Eisenbahngelände mit elf Gleisen. Betreibergesellschaft wird KCT sein, an der sich Duisport beteiligen will.

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„Die Tochtergesellschaft der Duisburger Hafen AG, Duisport Consult, ist vom Hafen Krefeld beauftragt worden, die KCT-Planungen zu überprüfen und Vorschläge zur Optimierung zu machen“, erklärte ein Sprecher des Duisburger Hafens den aktuellen Sachstand. 2020 könnte mit dem Bau des Trailerports auf 42.000 Quadratmetern Fläche begonnen werden. Eine Inbetriebnahme wäre im Folgejahr möglich.

Die Planungsexpertise der Hafengesellschaft ist nicht nur auf der anderen Rheinseite gefragt, sondern auch im Duisburger Rathaus. Denn Stadt und Hafengesellschaft stehen unmittelbar davor, ein Gemeinschaftsunternehmen für Infrastrukturvorhaben in Duisburg zu gründen. Die Kommunalpolitik muss noch zustimmen, die SPD als größte Fraktion im Rat hat bereits Zustimmung signalisiert.

Ziel der Neugründung ist es, wichtige Infrastrukturvorhaben wie Straßen- und Brückenbauten künftig zügiger umsetzen zu können. Dem Vernehmen nach ist bereits verabredet worden, dass die Stadt die Mehrheit der Anteile an der neuen Gesellschaft haben soll – und damit formal auch das Sagen. Im Mittelpunkt der Neugründung dürften allerdings die bereits unter Beweis gestellten Fähigkeiten der Infrastrukturplaner von Duisport stehen.

Die haben nämlich in der Vergangenheit an mehreren Stellen der Stadt – und auch außerhalb – gezeigt, dass sie Straßen, Bahnanlagen oder Brücken ziemlich schnell realisieren können. Beispiele sind die verschiedenen Logport-Areale von Hohenbudberg über Rheinhausen bis Walsum und auch außerhalb Duisburg in Oberhausen und Kamp-Lintfort mitsamt leistungsfähigen Erschließungsstraßen und Bahnanschlüssen.

Und in Hohenbudberg – ganz nah an Krefeld gelegen – war der Hafen schon einmal für die klamme Stadt Duisburg eingesprungen und hat eine Brücke gebaut. Und zwar innerhalb eines halben Jahres und für sechs statt der kalkulierten zehn Millionen Euro.

(mo)