Duisburg: Weiße Flotte leidet unter Baustelle am Calaisplatz

Kaum ein Durchkommen : Weiße Flotte leidet unter Baustelle am Calaisplatz

Ärger über Verkehrsprobleme und „Knöllchen“ am Calaisplatz bei der Weißen Flotte Duisburg. Und im Herbst wird eine Schiffsdurchfahrt gesperrt.

Ingo Seehafer-Radschun ist richtig sauer: „Sollte sich an der Situation hier am Calaisplatz weiterhin nichts ändern und sollten wir hier auch in Zukunft nicht wahrgenommen und berücksichtigt werden, sehen wir uns genötigt, unsere Flotte am Schwanentor abzuziehen. Dies kann durchaus aus kurzfristig und ohne Ankündigung erfolgen“, schrieb der Betriebsleiter der Weißen Flotte Duisburg an den Oberbürgermeister. Sein Problem: Durch Baustellen am Schwanentor ist der Schiffsanleger für Lieferanten und Reisebusse nur noch schwer anzufahren. Zudem drohten immer wieder „Knöllchen“, so Seehafer-Radschun.

Tatsächlich ist es mehr als eng und unübersichtlich am Calaisplatz, der traditionellen Anlegestelle der Weißen Flotte. An den Hebetürmen der Schwanentorbrücke wird gearbeitet, ebenso an der historischen Stadtmauer. Zwei Neubauten wachsen in die Höhe am Ufer des Innenhafens. Alle Baustellen brauchen Platz und müssen beliefert werden. Folge: Reisebusse, die Passagiere für die Schiffe der Weißen Flotte heranbringen, müssen auf den schmalen Unterstraße halten, was nicht erlaubt ist. Lieferanten mit Speisen und Getränken für die Ausflugsschifffahrt stehen vor dem selben Problem. Es sei schon gedroht worden, die Lieferungen einzustellen, sagt Seehafer-Radschun.

Bei der Stadt finde man indes kein Gehör: „Man hat das Gefühl, man will uns nicht mehr hier haben.“ Es gebe keine Informationen aus dem nahen Rathaus: „Wir sind doch der Anlieger Nummer eins am Calaisplatz.“ Kritik übt der Betriebsleiter der Weißen Flotte auch an den Wirtschaftsbetrieben, die im Februar über eine Sperrung des Marientores informiert hätten und damit zu spät für die Ausflugs- und Hafenrundfahrt-Reederei, um mit dem Schifffahrtsprogramm für die neue Saison noch reagieren zu können.

„Wir müssen zwei Monate ausweichen“, klagt der Betriebsleiter, und das in den für die Passagierschifffahrt attraktiven Monaten August und September. Silke Kersken von den Wirtschaftsbetrieben bestätigt die Baupläne, doch wolle man die Bauzeit auf September und Oktober verschieben. Die Betonschienen des Dammbalkenverschlusses, der das Sperrtor am Marientor zusätzlich absichert, müsse mit einem Gummianprallschutz ausgestattet werden, damit Schiffe den Hochwasserschutz nicht beschädigen können. Ziel sei es, die „Durchfahrtbeschränkungen so kurz wie möglich zu halten“. Und die Weiße Flotte wird, wie schon 2016 einmal, zur Schifferbörse in Ruhrort ausweichen.

Im Rathaus war man anschließend im Übrigen ganz schnell. Kaum hatte man von der Klage über die Probleme der Weißen Flotte gehört, kam die amtliche Zusage, kurzfristig alle Beteiligten zu einem Gespräche einzuladen. „Wir werden dort eine Lösung finden“, versicherte Stadtsprecherin Susanne Stölting.

(mo)