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Duisburger Einsatzbericht von 2012: Bilanz der Polizei: 61.000 Stunden für Rocker

Duisburger Einsatzbericht von 2012 : Bilanz der Polizei: 61.000 Stunden für Rocker

Die Duisburger Polizei veröffentlichte am Mittwoch den Einsatzbericht von 2012. Bemerkbar machten sich dabei vor allen Dingen der große Aufwand für den Besuch des Bundespräsidenten – und dem Entgegenwirken der Rocker-Fehde.

Die Duisburger Polizei veröffentlichte am Mittwoch den Einsatzbericht von 2012. Bemerkbar machten sich dabei vor allen Dingen der große Aufwand für den Besuch des Bundespräsidenten — und dem Entgegenwirken der Rocker-Fehde.

Der erbitterte Machtkampf der verfeindeten Banden um Bandidos und Satudarah sowie den Hells Angels spiegelt sich deutlich im Einsatzbericht des vergangenen Jahres wider. Aufgrund der Ansiedlung der international agierenden Rockergruppierung Satudarah in Rheinhausen wurde die Spannungen seit Juni 2012 zwischen konkurrierenden Klubs nochmal verschärft.

In mehreren Stadtteilen (Marxloh, Hamborn, Hochfeld) verstärkte die Polizei durch vermehrte Präsenz an Brennpunkten die Sicherheit. Allein dafür wandte die Behörde über 61.000 Personalstunden auf. Zusätzlich waren bei diesen Einsätzen häufig die Duisburger Hundertschaft eingebunden.

Doch nicht nur die allseits bekannte Rockerfehde beschäftigte die Polizei 2012, auch eine Vielzahl an Fällen von häuslicher Gewalt. 757 Einsätze hatten die Beamten zu vermelden, im Gegensatz zu 2011 wurde diese Bilanz um 78 Vorfälle erhöht.

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Zudem forderten Großeinsätze, wie Aufzüge zur Kurdenproblematik, Rechts-/Linksdemonstrationen, ein Großbrand in Krefeld und der Besuch des Bundespräsidenten in Duisburg neben wiederkehrenden Einsatzanlässen, wie Bundesliga-Spielen und Karnevalumzügen, einen hohen Personalaufwand. Trotz der teils ansteigenden Bilanzen reduzierte sich die Zahl verletzter Polizisten deutlich: Von 104 auf 57 Beamte.

Viele Anfragen über Notrufnummer

Auch die Anzahl der Alarmauslösungen ist angestiegen — 1863 Mal rückte die Polizei bei Einbrüchen und Überfällen aus. Das sind 73 Vorfälle mehr als im Jahr zuvor. Auch die Suche nach vermissten Personen ist um rund 180 auf mittlerweile 1.247 Fälle angestiegen. Jedoch kamen 2.782 Personen nach vorläufiger Festnahme in polizeilichen Gewahrsam — deutlich weniger als im Vorjahr (3.491).

Derweil gingen 240.800 Anrufe auf der Leitstelle der Polizei ein — daraus ergaben sich 155.694 Einsätze (318 weniger als im Vorjahr). Bei den Anrufen ist der Anteil der über die Notrufnummer "110" eingehenden Meldungen mit 60 Prozent konstant, allerdings war nicht jeder tatsächlich ein Notruf. Leider wählen immer noch viele die Notrufnummer, weil sie beispielsweise eine Auskunft benötigen — dadurch können echte Notrufe blockiert werden.

(Mit Material von ots/top/sap)