Duisburg: "Ausländerkriminalität" fast auf Rekordhoch

Duisburg: "Ausländerkriminalität" fast auf Rekordhoch

Die Polizei Duisburg legte am Freitagmittag ihren Kriminalitätsbericht 2009 vor. Ingesamt ist die Bilanz erfreulich. Traurig stimmt nur der Anstieg von Ausländerkriminalität.

Der Kriminalitätsbericht der Polizei Duisburg fällt für das vergangene Jahr positiv aus. Die Kriminalität ging im Vergleich zum Jahr 2008 um 2,06 Prozent auf 48.924 Fälle zurück - so niedrig war die Quote zuletzt 1975. Diskutieren Sie mit. Wir wollen von Ihnen wissen, ob Sie sich trotz der neuen Polizeistatistik af Duisburgs Straßen sicher fühlen.

Auch die Aufklärungsquote ist mit 53,5 Prozent um 4,32 Prozentpunkte besser als 2008. Der stellvertretene Kriminaldirektor Holger Haufmann sprach bei der Vorstellung der 86 Seiten starken Statistik von einer erfreulichen Entwicklung, die auf gute Polizeiarbeit und erhöhte Präsenz auf den Straßen zurückzuführen sei. Richtiger Jubel wollte bei den Beamten aber nicht ausbrechen. Zu besorgniserregend sei der Anstieg der so genannten Ausländerkriminalität, die sich mit 28,28 Prozent auf einem fast historischen Rekordhoch befindet. Der Anteil der in Duisburg lebenden Ausländer liegt derzeit bei 15,23 Prozent.Die Polizei ist angesichts der nach oben steigenden Kurve der Ausländerkriminalität sprachlos. "Wir können uns das nicht erklären”, sagte Haufmann. Ähnlich hoch war die Ausländerkriminalität in Duisburg zuletzt vor zehn Jahren.

Nur ein Tötungsdelikt konnte nicht aufgeklärt werden

Auch die Zahl der Körperverletzungen (6255 Fälle 2009) ist weiter gestiegen. Ebenfalls erhöht hat sich die Zahl der so genannten Sexualdelikte von 324 auf 342 im Vergleich zu 2008. 79 Prozent der sexuellen Straftaten konnten aber aufgeklärt werden. Meist handelte es sich in den Fällen um Beziehungstaten. Insgesamt 14 Tötungsdelikte gab es in Duisburg im vergangenen Jahr, sechs weniger als 2008. Nur der Tot eines Rentners, der in seiner Wohnung leblos aufgefunden worden war, konnte bislang nicht aufgeklärt werden.

Angriffe auf Polizisten nehmen zu

Zurückgegangen sind auch die Fälle von Widerstand gegen die Staatsgewalt ­ von 241 auf 208. Dennoch: Übergriffe auf Polizeibeamte haben im vergangenen Jahr stark zugenommen. "Das bereitet uns große Sorge. Der Respekt vor Polizeibeamten ist bei vielen nicht mehr da”, meinte Haufmann. Bemerkenswert ist auch der Anstieg der Wohnungseinbrüche, weil die Polizei gerade auf diesem Gebiet gezielt Prävention betreibt und die Bürger immer wieder auf die Gefahren hinweist. Haufmann sieht in dem Anstieg eine Verbindung mit den gleichzeitig sinkenden Autoaufbrüchen. In den Autos sei, so der Experte, für die Kriminellen kaum noch etwas Wertvolles zu finden, deswegen werde verstärkt in Wohnungen eingebrochen.

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