Lörick: Ein Fest für Anwohner und Flüchtlinge

Lörick : Ein Fest für Anwohner und Flüchtlinge

Beim sehr gut besuchten Begegnungsfest im Pfarrzentrum St. Maria, Hilfe der Christen, lernten Löricker und Flüchtlinge einander kennen, tauschten Tipps aus und begeisterten neue mögliche neue Helfer.

Zur Integration gehöre es, miteinander ins Gespräch zu kommen, erklärte der Bundestagsabgeordnete Thomas Jarzombek (CDU) bei der Eröffnung des Begegnungsfestes am Samstag im Pfarrzentrum St. Maria, Hilfe der Christen, in Lörick. Der Meinung waren offensichtlich viele der linksrheinischen Anwohner, denn das Fest war ein großer Erfolg.

Der "Runde Tisch Flüchtlingshilfe im Linksrheinischen" hatte Nachbarn und Flüchtlinge zu einem geselligen Nachmittag mit Kinderprogramm eingeladen. Ziel war es, sich besser kennenzulernen und mögliche Ängste abzubauen. "Viele hier haben noch nie mit einem Flüchtling gesprochen", sagte Pfarrer Michael Dederichs. "Das ist eine gute Idee", erklärte unter anderem Besucherin Katrin Kramm. "Wenn es so etwas nicht gäbe, hätte man kaum eine Chance, die anderen kennenzulernen."

Unterstützt wurde der "Runde Tisch" unter anderem von den Lörickern Schützen. "Wir sind eine Schützenbruderschaft und haben eine christliche Ausrichtung. Daher ist es für uns selbstverständlich, hier dabei zu sein", sagte der Erste Brudermeister Thomas Hummelsbeck. "Wir machen hier das, womit wir uns auskennen, Organisation, Aufbau und Ausschank." Auch der Bürgerverein, die Pfadfinder, die Kirchengemeinden, die Schulen und Kindergärten und der Sozialdienst katholischer Männer und Frauen halfen mit. Die Türkische Islamische Gemeinde versorgte die Gäste mit 600 Halal-Würstchen. Die Gemeinschaft des Lörick-Karrees begeisterte die Kinder mit einem Puppentheater und Kinderschminken. Kuchen und Salate wurden gespendet und waren schon weit vor Ende des Festes restlos verzehrt.

Die anfängliche Zurückhaltung bei den Gästen gab sich schnell. An vielen Tischen saßen Anwohner und Flüchtlinge zusammen und stellten sich neugierigen Fragen. Samir und Abdul Ali Ahmadi aus Afghanistan wollten wissen, wo ihre Gesprächspartner wohnen und wie sie leben. Die Bewohner des Wohnstiftes Haus Lörick standen gerne Rede und Antwort und hatten auch viele Fragen und Tipps. "Das ist für uns ganz neu und eine tolle Erfahrung", fand Bodo Roske. Er und seine Frau Lilo würden sich gerne im Flüchtlingsheim ehrenamtlich einsetzen, aber bis jetzt habe das nicht funktioniert, erzählte der Rentner. Auch Cecilie Scherring möchte gerne helfen und überlegte, ob man das nicht selber organisieren könne. Wiedersehen werden sich die Rentner und die afghanische Familie auf jeden Fall, denn sie haben sich schon zum Kaffeetrinken verabredet. Und Samir Ahmadi sprach für alle, als sie sagte: "So ein Fest ist toll. Das kann man öfter machen."

(RP)
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