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Düsseldorf: Sorge um Zukunft der Krebsberatung

Düsseldorf : Sorge um Zukunft der Krebsberatung

Um die Arbeit des Beratungsbüros für Krebs-Patienten und deren Angehörige zu sichern, sind Spenden notwendig. Für das kommende Jahr fehlen noch rund 20 000 Euro, sagt die Krebsgesellschaft NRW.

Für viele Menschen mit Krebs ist die Beratungsstelle an der Fleher Straße in allen Phasen der Krankheit eine wichtige Anlaufstelle. Zwei Sozial-Pädagoginnen beraten Betroffene zu Fragen und Ängsten, die mit der Krankheit verbunden sein können. Sie helfen ihnen dabei, den Alltag und den Beruf neu zu ordnen, vermitteln den Kontakt zu ambulanten Diensten, informieren über Therapien und sozialrechtliche Leistungen und helfen in einer speziellen Sprechstunde Familien mit minderjährigen Kindern, einen Weg zu finden, mit der Krebserkrankung des Vaters oder der Mutter zurecht zu kommen.

Mehr als 5000 Beratungen und Gespräche sind seit der Eröffnung der Krebsberatung vor fünf Jahren geführt worden. Für die Betroffenen sind diese kostenlos. Doch nun gibt es Sorgen um die zukünftige Finanzierung der Krebsberatung.

So haben die gestiegenen Personalkosten und die steigende Nachfrage nach den Beratungsangeboten an der Fleher Straße dazu geführt, dass jetzt 20 000 Euro für die Arbeit im kommenden Jahr fehlen, sagt Margret Schrader, Geschäftsführerin der Krebsgesellschaft Nordrhein-Westfalen. Gemeinsam mit der Düsseldorfer Bürgerstiftung ermöglicht die Gesellschaft die kostenlosen Angebote für Krebs-Betroffen. Die seien zwar ein "anerkanntes Glied in der Versorgungskette von Krebs-Betroffenen" , sagt Schrader, werden aber nicht von Krankenkassen oder Rentenversicherungen finanziert.

Sabine Tüllmann von der Bürgerstiftung sorgt sich um die Zukunft des Beratungsangebots: "Um die Krebsberatung aufrechtzuhalten, müssten wir noch mehr Spenden einwerben." Dabei habe die Stiftung bislang bereits mehr als 389 000 Euro für die Arbeit der Krebsberatung bereitgestellt und eigentlich nicht geplant, die Spenden auch weiterhin auf so hohem Niveau zu halten bzw. sie sogar noch zu erhöhen.

Denn auch andere Projekte müssten unterstützt werden. Ohne den Erlös der Kleiderbörse in diesem Jahr - rund 45 000 Euro kamen dabei zusammen - hätte man auch nicht die Mittel, die Krebsberatung 2015 im hohen Maße zu unterstützen, sagt Tüllmann.

"Die Krankenkassen müssen in die Pflicht genommen werden", fordert Sabine Tüllmann. Es sei nicht in Ordnung, dass die Kosten für die notwendigen und auch anerkannten Angebote für Krebs-Betroffene vor allem über Spenden finanziert werden müssten.

Die steigende Zahl der Beratungen in der Krebsberatung zeige, wie wichtig und notwendig die Arbeit der Krebsberatung in Düsseldorf sei, sagt Margret Schrader. Die Gespräche würden immer komplexer. "Selten reicht ein einmaliger Gesprächstermin, oft müssen noch begleitend Ämter oder medizinische Einrichtungen kontaktiert werden.

Vor allem wenn es um familiäre Probleme geht und Kinder beteiligt sind, ist intensive Beratung die Regel." Schrader hofft nun vor allem auf Spenden von Düsseldorfer Bürgern: Mit 150 Euro könne man eine durchschnittliche Beratungsstunde inklusive Betriebs-, Sach- und Personalkosten ermöglichen, hat sie ausgerechnet.

(RP)