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Düsseldorf: Gäste loben das Café Grenzenlos

Düsseldorf : Gäste loben das Café Grenzenlos

Vor allem Menschen mit geringem Einkommen kommen gerne nach Bilk, um dort günstig zu essen. Und die meisten sind zufrieden mit Angebot und Service, zeigt eine Gästebefragung. Vereinschef Walter Scheffler und sein Team freuen sich.

Eindeutiger und auch positiver hätte das Ergebnis kaum ausfallen können: Die Gäste, die vor allem wegen der subventionierten Mahlzeiten ins Café Grenzenlos nach Bilk kommen, sind mit Einrichtung/Ausstattung, zwischenmenschlicher Atmosphäre, Service, Mittagstisch, Frühstück und Sauberkeit zufrieden. Alle Punkte wurden mit sehr gut bis gut bewertet. Die beste Note (1,1) gab es für die Preise: Für ein Frühstück mit Tasse Kaffee, zwei Brötchen, Aufschnitt, Käse, Ei, Butter und Konfitüre zahlen Inhaber mit "Grenzenlos-Pass" - anspruchsberechtigt sind Menschen mit einem Einkommen bis zu 783 Euro - nur 2,50 Euro, alle anderen Gäste fünf Euro. Genausoviel kostet auch das Mittagessen - ein Menü aus Vor- und Hauptspeise sowie Dessert.

Zu diesen Ergebnissen kommen Studenten der Düsseldorfer Fachhochschule, die die Arbeit des Café Grenzenlos auf Wunsch von Vereinschef Walter Scheffler unter Einhaltung wissenschaftlicher Standards auf den Prüfstand gestellt haben. Die Ergebnisse der Befragung sind mit 30 Seiten Umfang ausführlich und geben detailliert Einblicke in die Arbeit der Mitarbeiter und die vielen Veranstaltungen, die regelmäßig angeboten werden, aus Sicht der Kunden. "Es war uns wichtig, eine Qualitätskontrolle durchführen zu lassen", sagt der Vorsitzende des Vereins, der 1998 gegründet worden war. Man wollte herausfinden, wie die Angebote wahrgenommen und angenommen werden. Dass die Noten dabei so gut ausfallen würden, habe man natürlich gehofft, aber mit einem so überwältigenden Feedback nicht gerechnet.

Ernste, aber auch einige weniger ernst gemeinte Anregungen und Tipps ans "Grenzenlos"-Team gab es trotz allen Lobs auch. Sie reichen von "Den Aufschnitt dicker schneiden", über "Die Sitzflächen sind zu hart", bis hin zu "Öffnungszeiten verlängern", "Mehr Gemüse und weniger Fleisch" und "Sexy Uniformen für die weibliche Bedienung". Die Servicekräfte werde man natürlich nicht in aufreizende Uniformen einkleiden, sagt Scheffler und lacht. Doch man nehme die Verbesserungswünsche ernst, habe allerdings in einigen Fällen nicht den Spielraum, um den Kunden entgegenzukommen. So wurden längere Öffnungszeiten und Öffnungszeiten auch am Wochenende von mehreren Kunden angesprochen.

Einer sagte: "Das wäre nett, dann wäre ich nicht den ganzen Tag alleine." Doch bei allem Verständnis für diese Wünsche: Wegen der personell und finanziell knappen Ausstattung sei das nicht umzusetzen. "Wir haben zwei hauptamtliche Mitarbeiter", sagt Scheffler, "und wir bekommen von der Stadt 55 000 Euro Unterstützung, unsere Ausgaben liegen aber schon jetzt bei rund 180 000 Euro pro Jahr. Da ist es nicht möglich, länger beziehungsweise auch öfter zu öffnen." Deswegen werde das Bilker Café wie bisher montags bis freitags von 8 bis 14.30 Uhr geöffnet sein.

Aufschluss gibt die Befragung der Studenten auch über die Gäste: So hat man nun detailliert Daten über die Klienten zusammengetragen, weiß zum Beispiel, dass die Kunden - wie bisher angenommen - gar nicht nur aus Bilk ins "Grenzenlos" kommen, sondern sogar aus Flingern, Eller, Friedrichstadt und ein sehr geringer Anteil (vier Prozent) sogar aus Neuss. Die meisten (39 Prozent) suchen den Gastronomie-Betrieb sogar mehrmals pro Woche auf, viele (40 Prozent) für den günstigen Mittagstisch. Scheffler bedauert, dass durchschnittlich nur 43 Prozent der Kunden die Sonderveranstaltungen, die in Bilk angeboten werden, besuchen (am beliebtesten ist das Sonntagskochen). Daran wolle man arbeiten, sagt Scheffler.

Dass die Kunden des "Grenzenlos" zufrieden sind, sieht man auch an einer anderen Zahl: 91 Prozent der Befragten gaben an, das Café weiterempfohlen zu haben.

(RP)