Düsseldorf-Unterrath: Erinnerungen an die Kindheit und Jugend

Düsseldorf-Unterrath : Erinnerungen an die Kindheit und Jugend

Ich bin ein "Ongeroder" Ich bin hier aufgewachsen, und ich habe auch nicht mehr vor, wegzuziehen. Einen alten Baum verpflanzt man nicht. Was mich mit Unterrath ganz stark verbindet, das sind die Erinnerungen.

Als Kind habe ich auf der Kürtenstraße, dem Teil, der heute die Borbecker Straße ist, Fußball gespielt. Dabei hatten wir uns aus Putzlappen einen Fußball gemacht, denn wir lebten damals unter ganz einfachen, fast ärmlichen Bedingungen. Aber wir haben auch Seifenkisten gebaut, sind im Baggerloch in Lichtenbroich schwimmen gegangen. Sport war immer wichtig in Unterrath. Früher gab es einen Platz direkt am Kittelbach, wo viel Hand- und Fußball gespielt wurde. Ich sehe noch heute das Bild vor mir, wie die Spieler mit dem Köcher zum Bach liefen, um den Ball herauszufischen.

Was Unterrath von anderen Stadtteilen unterscheidet, ist das Ländliche. Wenn man früher jemanden treffen wollte, dann fuhr man mit der Linie 707 zur Endstation und ging in die "Klinke". Direkt daneben war übrigens in den 50er Jahren ein Kino. In der "Klinke" wurde an der Theke gefrotzelt und um die besten Geschichten und Sprüche gerungen. Dafür hat der Sieger dann eine Blutwurst bekommen, den "Blutwurst-Pokal".

In der Klinke gründeten einige, die den "Elf vom Dörp" angehörten, ihren eigenen Verein: die Funken Blau-Gelb. 40 Jahre lang war ich dort Präsident. In meinen Kalender habe ich am 21. Juni eingetragen: "Funken fertig". Jetzt bin ich Ehrenpräsident. Dass die "Klinke" seit drei Jahren leer steht, bedaure ich. Aber ich genieße es, am Kittelbach entlang zu spazieren oder Rad zu fahren. Wenn ich mich dann auf eine Bank setze, kommen all diese Erinnerungen.

(RP)
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