U-Bahn-Pfusch:: Staatsanwalt heute auf Baustelle

U-Bahn-Pfusch:: Staatsanwalt heute auf Baustelle

Heute Mittag werden zwei Beamte der Düsseldorfer Staatsanwaltschaft die Baustelle der Wehrhahnlinie besuchen. Sie wollen sich dabei von Fachleuten erklären lassen, wie man den Bau von Schlitzwänden überwacht, welche Geräte dabei eingesetzt werden und wie es dann zu den Protokollen kommt, mit der später der ordnungsgemäße Bau dieser Wände dokumentiert und belegt wird. Die beiden werden den gesamten Ablauf begleiten. Vorige Woche hatten sie sich in Köln über den Ablauf der Arbeiten informiert.

Wie mehrfach berichtet, war es in Köln und in Düsseldorf zu Unregelmäßigkeiten beim Bau der U-Bahn gekommen. In Köln wurde sogar in größerer Menge Stahl gestohlen, der eigentlich für die Bewehrung der Wände vorgesehen war.

In Düsseldorf gibt es bis jetzt keine Hinweise auf Materialdiebstähle, aber auch in der Landeshauptstadt ist offenbar an einigen Stellen gepfuscht und sind Prüf-Protokolle verfälscht worden.Das hat nach Aussagen der Staatsanwaltschaft einer von zwei Bilfinger-Berger-Mitarbeiter (gegen die deshalb ermittelt wird) inzwischen konkreter beschrieben.

In Gesprächsniederschriften erklärt der Mann, auch in Düsseldorf hätte man bei der Erstellung der Protokolle geschlampt. Und zwar aus reiner Bequemlichkeit: Wenn die Messgeräte versagten, (was offenbar mehrfach vorkam), dann hätte man in einigen Fällen nicht etwa auf die Reparatur oder Neueinstellung gewartet, sondern habe fingierte Zahlen in die Protokolle eingetragen.

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Angeblich ist die Sicherheit der Schlitzwände dadurch aber nicht beeinträchtigt. Damit bestätigt sich eine Einschätzung der hiesigen Staatsanwaltschaft. Die hatte schon vor einigen Tagen erklärt, anders als in Köln sei es in Düsseldorf nicht zu Materialdiebstahl gekommen, sondern der Pfusch an einigen Stellen des U-Bahnbaus sei lediglich eine große Schlamperei gewesen.

Ende der Woche war ein Arbeiter in Düsseldorf dabei erwischt worden, wie er versuchte, Zement-Säcke zu stehlen. Bilfinger Berger entließ den Mann daraufhin fristlos.

Hier geht es zur Infostrecke: Pfusch beim U-Bahn-Bau: Fragen und Antworten

(RP)