Anwohner entsetzt: Bäume in Flingern gefällt

Anwohner entsetzt: Bäume in Flingern gefällt

Das Entsetzen, die Wut und die Trauer sind groß bei den Anwohnern der Fortunastraße in Flingern. Völlig unerwartet hat ein von der Bundesbahn beauftragter Trupp das kleine Wäldchen zwischen Wohnhäusern und Bahngleisen gerodet.

"Ich habe noch ein Video aus dem Jahre 1984. In dem heißt es: Zwischen Jugendstilhaus und Bahnhof liegt ein kleines Paradies", erzählt Friedolin Reske, einer der betroffenen Anwohner. "Davon ist nun nichts mehr übrig."

Es handelt sich um die Gleise, die vom S-Bahnhof Flingern in Richtung Wuppertal führen. Morgens, gegen neun Uhr ging es los. Der Lärm zahlreicher Baumsägen sorgte unmittelbar für großen Protest seitens der Anlieger. "Wir haben mit Engelszungen auf die Leute eingeredet, aber ohne Erfolg. Das Grundstück gehört nunmal der Bahn", sagt Jens Olsson, der ebenfalls am Bahndamm wohnt.

"Keine Naturschutzgebiete"

Gerd Felser, Sprecher der Deutschen Bahn, erklärt: "Wir führen momentan landesweit Freischneide-Aktionen durch. Das gilt der allgemeinen Gefahrenabwehr und ist natürlich für die Anwohner unschön. Aber wir sprechen hier nicht von Naturschutzgebieten." Nach Angaben der Anwohner ist das erste Gleis, das von den Bäumen bedroht gewesen sein könnte, aber gar nicht in Betrieb, und somit treffe das Argument ihrer Ansicht nach mit Sicherheit nicht zu.

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Außer dem Ärger über die Rodung an sich schimpft Olsson auch über die Vorgehensweise, die die Arbeiter an den Tag legten. "Ich verstehe was von Gartenbau, und das war alles absolut unorganisiert, und jetzt liegen hier überall die ,Leichen'."

Die abgesägten Bäume ließen die Arbeiter einfach zurück. Lediglich der große Ahorn, der auf eines der Grundstücke gefallen war, wurde weggeräumt. "Wenn man aus dem Fenster Richtung Süden blickt, denkt man, es habe ein Tornado gewütet", sagt Reske.

Die Anwohner fordern nun eine klare Stellungnahme und Entschuldigung der Deutschen Bahn zu den Rodungen.

(RP)