Düsseldorf: Skimming: Drei Täter gefasst

Düsseldorf: Skimming: Drei Täter gefasst

Freitagabend wurden in Düsseldorf gleich zwei Geldautomaten manipuliert. Einen Fall gestanden drei Rumänen, die die Polizei in der Nähe dingfest machte. Sie sind in U-Haft. Der zweite Fall geht womöglich nicht auf ihr Konto.

Seine für April geplante Hochzeit muss Constantin C. (28) wohl verschieben: Ein Richter erließ am Sonntagabend Haftbefehl gegen den Rumänen, der zugegeben hat, mit zwei Komplizen einen Geldautomaten der Deutschen Bank manipuliert zu haben.

Kunden der Bankfiliale an der Jacobistraße war ein weißes Kästchen im Selbstbedienungscenter merkwürdig vorgekommen, darauf machten sie am Freitagabend einen Mitarbeiter des Sicherheitsdienstes aufmerksam. Der rief die Polizei und überprüfte dann den nächsten Manipulationsverdacht – diesmal aus der Filiale an der Bolkerstraße.

Die Daten filmt ein Handy

"Wir glauben nicht, dass beide Automaten von den selben Tätern verändert wurden – die Ausrüstung war sehr unterschiedlich", sagte gestern Polizeisprecher André Hartwich. Seine Kollegen hatten gut 1,50 Meter über dem Geldautomaten an der Jacobistraße das Kästchen gesehen, das wie ein Brandmelder aussah – aber eben keiner war. Sie schauten sich in der Umgebung um und entdeckten drei Männer, die am Hofgarten etwas ins Gebüsch warfen. "Das waren die Teile des Kartenlesegeräts, die sie von dem echten Automaten abgerissen hatten", so Hartwich.

Dem Trio blieb also kaum etwas anders übrig als zu gestehen. Zumal in C.s Tasche noch ein Parkticket der West-LB steckte, das die Polizei zu seinem – in Italien zugelassenen – BMW führte. Und auch in dem fand sich allerhand belastendes Elekronik-Equipment – wie die umgebaute Kamera, die, versteckt im falschen Brandmelder, ahnungslose Bankkunden bei der Pin-Eingabe filmte. Hartwich: "Das ist besonders tückisch: Hier war nicht nur der Automat manipuliert, sondern die Pin-Eingabe wurde ein ganzes Stück entfernt davon gefilmt." Die Täter hatten ihre Technik wohl gegen 17 Uhr installiert, wollten sie zwei Stunden später wieder abbauen. Vermutlich, um die Daten an Komplizen im Ausland zu schicken.

An der Bolkerstraße war der Automat ebenfalls mit einem Lesegerät am falschen Kartenschlitz manipuliert. Und auch die Pin-Eingabe gefilmt – mit einem legal in Rumänien produzierten Handy. Auf die Herstellung der Gehäuse, die sich nahezu unsichtbar in die Innenrahmen deutscher Geldautomaten einpassen lassen, haben sich osteuropäische Gauner spezialisiert. Durch ein Nadelstich kleines Loch filmt das Handy unbemerkt die Pin-Eingabe. "Dagegen gibt es nur einen Schutz: Die Eingabe mit einer Hand abdecken", so Hartwich.

Constantin C., Alin B. (28) und Stefan B.(32) dürften zu einer der vielen professionellen Skimming-Banden gehören, die gezielt zum Datenstehlen einreisen und Komplizen im Ausland zuarbeiten.

(RP)