Umbau von Haltestellen in Golzheim: Protest: Bäume bleiben stehen

Umbau von Haltestellen in Golzheim : Protest: Bäume bleiben stehen

Der Umbau von Haltestellen in Golzheim muss sein - aber Bäume werden dafür nicht weichen. Nach einigen Irritationen aufgrund des Vorschlags eines FDP-Politikers kam gestern die klare Zusage: keine Fällung.

Sollte jemals geplant worden sein, an der Kaiserswerther Straße zwecks Verbreiterung von Haltestellen Bäume zu fällen - diese Idee ist vom Tisch. Der FDP-Politiker Horst Jakobskrüger hatte in einem Schreiben erklärt, notfalls müsse man auch Bäume fällen, um die Situation dort sicherer zu gestalten. Daraufhin hatte sich in der Nachbarschaft sofort heftiger Protest geregt: Die Nachbarn machten klar, das Fällen der Bäume nicht hinnehmen zu wollen.

Freitag dann die Klarstellung: Manfred Neuenhaus, Fraktions-Chef der FDP im Rat: "Mit uns gibt es keine Baumfällungen." Es habe da "ein Missverständnis" gegeben.

Der Hintergrund: Um das Ein- und Aussteigen an den Rheinbahn-Haltestellen Theodor-Heuss-Brücke, Golzheimer Platz und Kennedydamm zu erleichtern, müssen die Haltestellen umgebaut werden. "Mit den Haltestellen gibt es zwar massive Probleme, doch ist die Abholzung der Bäume kein Thema", sagte Neuenhaus.

Philipp Tacer, SPD-Vorsitzender im Stadtgebiet 1,hält die gesamte Problematik ohnehin für nicht so kompliziert. "Ich sehe die Schwierigkeiten in der Straße nicht, beziehungsweise sehe ich nicht, was eine Abholzung der Bäume bringen könnte", sagt er. Kommende Woche wollen sich die Bezirksvertreter gemeinsam ein Bild von der Lage machen.

Die Anwohner der Kaiserswerther Straße reagierten prompt, als sie von der angeblich drohenden Baumfällung hörten. "Ohne die Bäume wäre der Charme der Straße dahin", sagt Angela Hussla (58), die sich an der Straße eine Eigentumswohnung mit Blick ins Grüne gekauft hat. "Abzuholzen ist absolut veraltet", schimpft sie. "Hier müssen alle im Straßenverkehr ein wenig mehr Rücksicht aufeinander nehmen."

Anwohner Dirk Bader sieht das ähnlich. "Es gibt hier es doch gar keine Probleme mit der Bahn", sagt der 67-Jährige, der seit 13 Jahren direkt an der Haltestelle Golzheimer Platz wohnt. "Man kann mal über eine Tempo 30-Zone nachdenken, jedoch Bäume zu fällen, ist schlichtweg übertrieben." Werbefachmann Ingmar Kränisch (34) reagierte verärgert, als er von den Plänen hörte. "Wenn die Bäume aus dem Stadtbild verschwinden, wird die Straße laut und einfach nur grau sein", sagt er.

Den Umbau der Haltestellen sieht Manfred Neuenhaus als unbedingt notwendig an: "Zum einen können alte Menschen kaum aus den Bahnen aussteigen, da der Höhenunterschied von der Stufe zur Straße hin zu groß ist, zum anderen stehen die Menschen mitten auf der Fahrbahn, wenn sie die Bahn verlassen." Das sei gefährlich für Leib und Leben. "Ein Tunnel ist zwar denkbar", so Neuhaus, doch die Umsetzung dauere viel zu lang.

Michael Süßer vom BUND Düsseldorf erkennt die Problematik. "Die Straße ist recht eng, das stimmt", sagt er. "Doch anstelle der Abholzung von Platanen könnte man eher über weitere Ampel und ein Tempo-Limit nachdenken", sagt er.

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