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Politik will das Angebot der Düsseldorfer Frauenhäuser ergänzen

Schutz vor Gewalt : Politik will das Angebot der Düsseldorfer Frauenhäuser ergänzen

Rund 1,3 Millionen Euro pro Jahr würde eine „Clearingstelle“ kosten. Für diese erste Anlaufstelle für die von Gewalt betroffenen Frauen und ihre Kinder wird nun eine Immobilie gesucht.

Frauen, die von familiärer und häuslicher Gewalt betroffen sind, sollen in Düsseldorf möglichst bald eine weitere Anlaufstelle erhalten. Im Gleichstellungsausschuss des Rates informierte Luzia Kleene, Leiterin der Frauenberatungsstelle, am Dienstag die Politiker über den Stand des Projekts „Clearingstelle“. Vorbilder für eine solche erste Anlaufstelle für Gewaltbetroffene gibt es in Hamburg und Hannover. Geht es nach den von Kleene koordinierten Planungen soll möglichst rasch ein Haus gefunden werden, in dem zunächst acht Appartements für Frauen und ihre Kinder entstehen. Die Aufenthaltsdauer in der neuartigen Einrichtung soll auf maximal fünf Tage begrenzt werden. „Das ist kein drittes Düsseldorfer Frauenhaus, sondern eine erste Anlaufstelle, in der über die weiteren Schritte zum Schutz der Frau entschieden wird“, sagt Kleene.

In Düsseldorf gibt es zurzeit zwei Frauenhäuser mit insgesamt 19 Plätzen für Frauen und ihre Kinder. Das ist für die Landeshauptstadt zu wenig, denn der Bedarf liegt deutlich höher. „Nach internationalen Standards fehlen uns bis zu 65 solcher Familienplätze“, sagt Kleene. Wann die Clearingstelle an den Start geht, ist offen. Noch fehlt eine Immobilie im Stadtgebiet. Ohne Raumkosten müssten nach Kleenes Berechnungen rund 1,3 Millionen Euro jährlich für Personalkosten sowie für die Versorgung der Frauen bereitstehen. Für die Immobilie können staatliche Fördergelder aus verschiedenen Töpfen beantragt werden.