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Düsseldorf: Messe schüttet 3,4 Millionen Euro aus

Düsseldorf : Messe schüttet 3,4 Millionen Euro aus

2013 war ein turnusgemäß schwaches Messejahr. Entsprechend fiel der Umsatz mit 315 Millionen Euro dürftig aus. Durch Interpack und Wire/Tube soll der Umsatz 2014 auf 400 Millionen Euro steigen. Die Messe Brünn wird verkauft.

Trotz eines rückläufigen Gewinns soll die Messe Düsseldorf eine Dividende an die Stadt Düsseldorf ausschütten. Im abgelaufenen Jahr 2013 erwirtschaftete die Gesellschaft einen Überschuss von 6,8 Millionen Euro. Im vergangenen Jahr waren es noch 20 Millionen Euro gewesen. Der Grund seien allerdings keine schlechteren Geschäfte, sondern der Messezyklus, sagt Messechef Werner Dornscheidt. Grundsätzlich sind alle Messegesellschaften stark dem Zyklus ihrer Messen unterlegen. Da manche Messen im Zwei-, Drei- oder Vierjahres-Rhythmus stattfinden, gibt es nach einer gewissen Zeit Jahre, in denen es mehrere Leitmessen pro Jahr gibt, und eben solche, in denen es kaum Leitmessen gibt. "Rechnerisch gesehen ist jedes siebte Jahr ein solch schwächeres Messejahr — wie eben 2013", sagte Dornscheidt. Stärkste Investitionsgütermesse des abgelaufenen Jahres war die Kunststoffmesse K. Insgesamt fanden 27 Veranstaltungen auf dem Messegelände statt. 68 Prozent der Aussteller kamen aus dem Ausland. Insgesamt kamen 1,2 Millionen Fachbesucher.

2014 wird dagegen ein sehr starkes Messejahr mit voraussichtlich 38 Messen. Zugpferde sind in diesem Jahr vor allem die Verpackungsmesse Interpack und die Metallmessen Wire und Tube. Eine neue Veranstaltung wird die "Mediterranean Food", die parallel zu den drei Inter-Nahrungsmessen stattfinden soll. "Wir rechnen mit einem Konzernumsatz für 2014 von rund 400 Millionen Euro." Im vergangenen Jahr hatte die Messe Düsseldorf zum ersten Mal ihrer Geschichte die Überschüsse an ihre Eigentümer ausschütten müssen. Im Jahr 2012 waren das insgesamt 14,9 Prozent. Die Hälfte des 2013er Gewinns, also 3,4 Millionen Euro, wird die Messe in diesem Jahr an Gewinnen ausschütten. 56,5 Prozent der Messe gehören direkt der Landeshauptstadt, weitere 20 Prozent gehören ihr indirekt über die städtische Tochter IDR. Insgesamt werden also gut 2,9 Millionen Euro ins Stadtsäckel fließen. Das Land NRW hält 20 Prozent und erhält entsprechend 760 000 Euro. Handwerkskammer und Industrie- und Handelskammer erhalten für ihre jeweils 1,75 Prozent an der Messe je 66 500 Euro.

Die Ausschüttungen der Messe waren vor einem Jahr scharf kritisiert worden. Bis 2030 soll die Komplettrenovierung des Messegeländes abgeschlossen sein, die gesamten Investitionen betragen laut Werner Dornscheidt 600 Millionen Euro. Dieses Investitionen sieht der Messechef durch die Ausschüttungen nicht in Gefahr. "Wir wirtschaften nachhaltig und subventionsfrei, wir wachsen aus eigener Kraft", sagte Dornscheidt.

Der Auslandsumsatz der Messe Düsseldorf liegt heute bei 44 Millionen Euro. Veranstaltungsstärkster Markt ist Russland, wo fast 69 Prozent der Auslandsaktivitäten der Messe stattfinden. Auch in China ist die Messe sehr aktiv. 87 Veranstaltungen im Ausland werden von der Messe Düsseldorf veranstaltet.

Sorgen, die Auslandsmessen könnten die eigenen Veranstaltungen am Stammsitz schwächen, hält Dornscheidt für unbegründet. "Wir gehen nicht mit den Marken unserer Messen ins Ausland, diese regionalen Messen sind Satelliten für jene Kunden, die nicht nach Düsseldorf reisen können oder würden. Am Ende werben sie für Düsseldorf", sagte Dornscheidt.

Auf die Frage, ob der Messechef auch in Zukunft in der First Class fliegen werde, sagte er: "Wenn ich mit Vorständen unterwegs bin, dann fliege ich weiter First Class. Allein werde ich Business Class fliegen. Und wenn mein Aufsichtsratsvorsitzender Dirk Elbers künftig Business fliegt, dann mache ich das auch", sagte Dornscheidt, ergänzte aber: "Economy nach Singapur fliege ich jedenfalls nicht, das mache ich auch nicht privat, ich will nicht vor Ort mit Thrombose aus dem Flieger steigen."

(RP)