1. Wirtschaft

Vodafone-Ableger Vantage Towers steigert Umsatz und verliert an Börse

Aktie rutscht ab nach deutlichem Aufwärtstrend : Vodafone-Ableger Vantage Towers startet gut

Die Aktie des Vodafone-Ablegers Vantage Towers erweist sich als solides Investment. Der Kurs ging seit dem Börsengang um mehr als zehn Prozent hoch, am Montag wurde ein gestiegener Umsatz beim Geschäft gemeldet. Das Papier schwächelt trotzdem etwas.

Nachdem Vodafone am 18. März den Ableger Vantage Towers an die Börse gebracht hat, ist der Kurs unerwartet gut gestiegen: Vodafone verkaufte die Anteilsscheine für 24 Euro das Stück, Mitte Mai lag die Notierung dann mit 27,29 Euro mehr als zwölf Prozent höher. Diesen Montag aber rutschte der Kurs um knapp drei Prozent ab: Vorstandschef Vivek Badrinath hatte einen um nur 2,2 Prozent gestiegenen Umsatz für das Ende März abgelaufene Geschäftsjahr gemeldet. Bei einem Umsatz von 966 Millionen Euro stieg das bereinigte Betriebsergebnis (Ebitda) um 2,1 Prozent auf 524 Millionen Euro. Analysten hatten etwas bessere Zahlen erwartet.

Es war das erste Mal, dass der in Düsseldorf sitzende Funkmasten-Betreiber mit 82.000 Standorten in zehn Ländern nach seinem Gang aufs Parkett Geschäftszahlen publizierte. Vantage und damit Vodafone hatten beim Börsengang 2,3 Milliarden Euro eingenommen und dem Online-Gebrauchtwagenhändler Auto1 den Titel des größten Börsendebüts des Jahres abgeknöpft. Die aus London gesteuerte Vodafone-Gruppe, also nicht nur Vodafone-Deutschland in Düsseldorf, nutzt das eingenommene Geld, um Schulden abzubauen. Eigene Investitionen finanziert Vantage überwiegend mit Krediten.

Dabei ist die Stärke von des Unternehmens eher, einen stabilen Ertrag zu bringen statt Wachstumschancen. Die Dividende bringt mit 30 Cent je Aktie eine Rendite von etwas mehr als einem Prozent gemessen am jetzigen Kurs. Vorstandschef Badrinath erhofft zwar weitere Geschäfte, aber nur vorsichtig: Aktuell haben nur rund 40 Prozent der Funktürme einen Mieter neben Vodafone, in einigen Jahren soll jeder zweite Funkturm so genutzt werden. Der Umsatz soll in den nächsten Jahren jeweils um einen mittleren einstelligen Prozentbetrag zulegen, was auch nur plus drei Prozent sein könnten. Die eingenommenen Finanzmittel (Free-Cash-Flow) sollen dieses Jahr um nicht einmal fünf Prozent steigen. Im abgelaufenen Jahr waren es 384 Millionen Euro, dieses Jahr werden maximal 400 Millionen Euro erhofft, wovon 60 Prozent als Dividende ausgeschüttet werden sollen.

Doch trotz des eher bedächtigen Wachstum ist die volkswirtschaftliche und strategische Bedeutung des Unternehmens enorm. Der Ausbau der 5G-Netze für deutlich schnellere und verzögerungsfreie Mobilfunkverbindungen kann nur gelingen, wenn Unternehmen wie Vantage neue Standorte erschließen. Gerade weil die Firma halbwegs unabhängig von Vodafone vorgehen darf, nutzen die großen Telefonkonzerne Funkmasten häufiger als früher gemeinsam, um beim Ausbau voranzukommen. Vantage wird etwa helfen, rund 6000 „weiße Flecken“ in der Mobilfunkversorgung auf dem Land zu schließen. Die Telekom erklärte, sie halte einen Börsengang ihrer Funkturmfirma Deutsche Funkturm ebenfalls für denkbar.

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In der NRW-Wirtschaft spielt Vantage gemessen am Börsenwert von 13,7 Milliarden Euro ebenfalls eine große Rolle. Zwar liegen die Schwergewichte Deutsche Telekom (79,8 Milliarden Euro), die Deutsche Post (63,4 Milliarden Euro) oder Bayer (56 Milliarden Euro) deutlich vor Vantage. Doch viele andere bekannte Unternehmen sind weniger wert: Die Metro hat eine Marktkapitalisierung von 3,6 Milliarden Euro, LEG 8,4 Milliarden Euro und Lanxess 5,4 Milliarden Euro. RWE erreicht mit 21,7 Milliarden Euro jedoch deutlich mehr an Wert, Henkel auch mit 38,1 Milliarden Euro.