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Mobile Redaktion Düsseldorf: Ludenberger fordern nachhaltiges Bauen

Mobile Redaktion Düsseldorf : Ludenberger fordern nachhaltiges Bauen

Am Stand der mobilen Redaktion der Rheinischen Post ging es um Stadtentwicklung und Neubauvorhaben. Insgesamt sehen die Bürger ihren Stadtteil als Kleinod, mit dem man vor allem behutsam umgehen muss.

Der Supermarkt an der Blanckertzstraße in Ludenberg hat sich seit seinem Bau schnell zu einem Treffpunkt für die Bewohner des Stadtteils entwickelt. Hier erledigt man viel Einkäufe, hier trifft man seine Nachbarn und am Samstag auch schon mal die mobile Redaktion der Rheinischen Post. V

iele Bürger kamen auf eine Tasse Kaffee und ein Schwätzchen vorbei und machten auch deutlich, wie sehr ihnen an Ludenberg liegt. Vor allem die Neubauvorhaben in der Umgebung waren das Thema. Selbst der immer stärker werdende Verkehr auf der Bergischen Landstraße fiel im Vergleich hierzu ziemlich ab.

Große Sorge hatten die Bürger, dass der Erholungswert ihres Stadtteils leidet. "Das Schöne ist, wir wohnen in einem Naturschutzgebiet, es gibt viele Möglichkeiten zum Spazieren, zum Wandern gar. Das müssen wir unbedingt erhalten", sagte etwa Susanne Schwach, die sich vor allem um die weitere Nutzung der Bergischen Kaserne sorgt.

Eigentlich zu Hubbelrath gehörend hat eine zukünftige Nutzung und eine eventuelle Bebauung des Gebietes auch Auswirkungen auf das Leben Ludenberg. Eine behutsame Wohnbebauung wünscht man sich hier, mit ein paar Geschäften, nicht mehr. "Familienfreundlich" lautete das Stichwort, doch müsse man sich dann natürlich auch Gedanken um den öffentlichen Nahverkehr machen, so die Meinung der Runde.

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Letztlich gehe es darum, das Natur-Idyll des Stadtteils zu erhalten. Viel diskutiert wurde auch immer noch über die kürzliche Entscheidung des Bundesgerichtshofs, einen Reiterhof neben der Siedlung am Poßbergweg zu genehmigen.

Nach jahrelangem Rechtsstreit zwischen dem Investor Peter Kuhles, dem Landwirt des benachbarten Hansenhofs, und der Stadt hat der BGH nun entschieden, dass eine Reitanlage für 80 Pferde gebaut werden darf. Die Stadt wurde verpflichtet, die Bauvoranfrage zu genehmigen. Kuhles will im Mai mit dem Bau beginnen.

Viele Ludenberger am Stand der Rheinischen Post waren sehr unzufrieden mit dem Spruch des BGH. Rainer Klöpper, für die CDU in der Bezirksvertretung, kann das Urteil immer noch nicht verstehen. Viele Bürger spekulierten auch schon, was als Nächstes kommt. So sei es denkbar, dass man irgendwann erkläre, allein mit einem Reiterhof nicht wirtschaftlich zu sein, und so den Bau eines Hotels etwa zu begründen.

Ähnlich sei es bei einem Schießstand gelaufen, der sei irgendwann als Kartoffelhalle genehmigt worden, nun ballere halb Nordrhein-Westfalen dort herum, sagte ein Bürger. Günter Pruchniewski kam noch einmal auf das Verkehrsproblem zu sprechen. Er beklagte vor allem den Verlust der Buslinie 747. Inzwischen müsse man zweimal umsteigen, um in die Stadt zu kommen, mehrere Bürger pflichteten ihm bei. Eine bessere Verbindung mit den Öffentlichen wäre eine Erleichterung, gerade für viele ältere Menschen.

Gerd Kuhn hatte ein konkretes Anliegen. Ihm ging es um die Schranke am Fliehtbach. Er beklagte, dass es sehr mühselig sei, immer unter die Schranke zu gehen und regte an, einen Weg für Fußgänger drum herum einzurichten. Dies sei schon auf den Weg gebracht, antworteten die Vertreter der Bezirksvertretung. Einig waren sich alle, dass Ludenberg ein Stadtteil im Umbruch ist.

Attraktiv sei es eben hier für viele, man wünschte sich nur, dass es bei Neubaugebieten nicht nur zur Errichtung von Luxuswohnungen kommt, sondern auch Familien mit mittleren Einkommen in der Lage sind, Häuser zu erwerben. "Wenn ich sehe, was heute hier ein Reihenhaus kostet, da möchte ich nicht noch einmal anfangen müssen", sagte eine Frau etwa. So wollen die Ludenberger ihren Stadtteil schön halten, aber abgeschottet will hier keiner leben.

(RP/ila)