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Mobile Redaktion Düsseldorf: Kaiserswerther streiten um Supermarkt

Mobile Redaktion Düsseldorf : Kaiserswerther streiten um Supermarkt

Bei der Mobilen Redaktion der Rheinischen Post ging es immer wieder um die Frage, ob der neue Laden am Dreiecksparkplatz gebaut werden soll. Die Lage des Einzelhandels ist überhaupt das heiß diskutierte Thema.

Wer in Kaiserswerth wohnt, darf sich glücklich schätzen. Das behaupten jedenfalls viele Kaiserswerther und führen zahlreiche Argumente für diese These an. Dazu gehören die gute Infrastruktur, die einmalige Lage am Rhein, das besondere Flair des historischen Ortes, engagierte Vereine und eine gute Verkehrsanbindung.

Dennoch äußerten viele Bürger am Samstag bei der Mobilen Redaktion der Rheinischen Post am Klemensplatz auch Sorgen um den Stadtteil. Anlass ist vor allem die Situation des Einzelhandels. Um den historischen Kaiserswerther Markt und die anliegenden Straßen wurden in den vergangenen Jahren viele Geschäfte geschlossen und in Büros und Praxisräume verwandelt oder stehen, wie das ehemalige Kaufhaus "Strauss", leer.

Blutet das historische Ortszentrum aus? Die Meinungen darüber gehen auseinander. Während manche, wie zum Beispiel Elisabeth Brunert, zufrieden mit dem Angebot des Einzelhandels sind, lediglich eine Drogerie oder einen Haushaltswarenladen vermissen, sehen andere Bürger stärkere Defizite und ärgern sich, dass sie oft zum Einkaufen in andere Stadtteile oder in die Innenstadt fahren müssen. "Wenn Kaiserswerth als das Zentrum des Nordens bezeichnet wird, besitzt es dafür viel zu wenig Verkaufsflächen. Für uns 8000 Bewohner ist das keine ausreichende Versorgung", sagt Franz-Josef Vogel.

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Ein neuer Supermarkt soll am Dreiecksparkplatz entstehen. Dieser Plan hat eine kontroverse und teilweise sehr emotional geführte Debatte ausgelöst, die sich auch am RP-Stand fortsetzte. Die einen erwarten eine Magnetwirkung des geplanten Vollsortimenters und hoffen auf eine Belebung des Ortskerns. Familienvater Wilfried Dames würde sich das größere Angebot wünschen. "Dann würde man alles für den täglichen Bedarf bekommen, ohne Auto fahren zu müssen." Andere befürchten, dass den bestehenden Geschäften im alten Ortskern eine Konkurrenz entsteht und es im schlimmsten Fall sogar zu weiteren Schließungen kommt.

Lieber "über Wochenmarkt nachdenken"

Gabriele Tappert, die ein Geschäft für Presseartikel betreibt, hat schon hunderte Unterschriften gegen den Supermarkt gesammelt. "Er würde uns nichts nützen, weil die Kunden dann nicht zum Markt herüberkommen würden", meint sie. Besser sei es, über einen Wochenmarkt am Dienstag auf dem Kaiserswerther Markt nachzudenken. Heinrich Sövegjarto hingegen misst dem Supermarkt nicht die große Bedeutung für den Einzelhandel zu wie viele andere. "Möglicherweise könnte er zu einer kleinen Verbesserung führen, aber nicht generell die Entwicklung aufhalten." Einig ist man sich, dass für den Handel etwas passieren muss. "Nur noch Geschäfte, die Touristen ansprechen, das kann nicht sein", sagt Siegfried Päßler.

Für andere Themen, die den Kaiserswerthern unter den Nägeln brennen, gab es direkt aktuelle Informationen. Die Mitglieder der Bezirksvertretung 5, Bernhard von Kries (CDU), Joachim Heber (CDU), Dieter Horne (SPD) und Monika van Volxem (FDP), nutzen die Mobile Redaktion, um mit den Bürgern ins Gespräch zu kommen. So erfuhr ein Bürger beispielsweise, dass die Sanierung des Spielplatzes am Hochbunker weiterhin geplant ist und nach Abschluss der Arbeiten an der alten Bastionsmauer erfolgen wird. Herwig Kluth regte an, die Haltestelle Klemensplatz mit dem Zusatz "Kaiserswerth" zu versehen. "Wir sind bereits in engen Gesprächen zu diesem Thema", erklärte von Kries.

(top/ac/jco)