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Düsseldorf: Warum Düsseldorf den Zug abgesagt hat - und Köln nicht

Düsseldorf : Warum Düsseldorf den Zug abgesagt hat - und Köln nicht

Das Treffen am Montagmorgen im Rathaus war emotional alles andere als einfach - aber die Sachlage, über die die Verantwortlichen für den Rosenmontagszug zu entscheiden hatten, war eindeutig: Es gab keine andere Option, als den Zoch ausfallen zu lassen.

Der Grund ist das Sicherheitskonzept, das die Jecken mit Polizei und Feuerwehr erarbeitet haben. Das sieht eine Absage ab Windstärke 8 vor, also wenn Böen mit bis zu 75 Kilometer pro Stunde zu erwarten sind. Und genau die prognostizierte der Deutsche Wetterdienst in seiner jüngsten Voraussage für den Vormittag.

Ob andere Meteorologen vielleicht optimistischer waren, interessierte bei der Entscheidung nicht. Denn das Konzept besagt auch, dass die Prognose des nationalen meteorologischen Dienstes bindend ist. Also führte an der Absage kein Weg vorbei. "Das war eine reine Tatsachenentscheidung", sagt Sven Gerling, der Sicherheits-Verantwortliche beim Comitee Düsseldorfer Carneval (CC). Andernfalls wäre die Versicherung im Falle eines Falles nicht eingesprungen - und bei einem Unglück hätten den Verantwortlichen schwere rechtliche und persönliche Folgen gedroht.

Für Köln galt zwar eine ähnliche Wetterlage, aber andere Vorgaben. Es ging also nicht um die Frage, wer nun mutiger ist - auch wenn das manche enttäuschte Besucher so interpretierten. Das Konzept, das Karnevalisten und Sicherheitsbehörden in Köln erarbeitet haben, schrieb keine Absage bei dieser Wetterlage vor. Dort soll angeblich erst bei Windstärke 11 auf jeden Fall Schluss für den Rosenmontagszug sein. Die Organisatoren hatten also mehr Freiraum und konnten es bei Auflagen wie dem Verzicht auf Pferde belassen.

Warum sind die Konzepte so unterschiedlich? Genannt werden vor allem zwei Ursachen. Das eine ist die verschiedene Bauweise der Wagen. Die in Köln sind stabiler konstruiert (was sie nicht unbedingt schöner macht). In Düsseldorf hat man bei der letzten Sturm-Absage im Jahr 1990 eine bittere Erfahrung gemacht, als Wagen direkt nach Ausfahrt aus der Halle umgeweht wurden. Eine andere wichtige Ursache ist der Zugweg. Der Düsseldorfer Zoch stellt sich zum Beispiel nahezu ungeschützt am Joseph-Beuys-Ufer auf, in Köln versammeln sich die Karnevalisten in der besser geschützten Innenstadt.

(arl)