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Rosenmontagszug in Düsseldorf: Nachholtermin am 6. März?

Rosensonntagszug am 6. März in Düsseldorf? : Was Karnevalisten jetzt wissen müssen

Der Düsseldorfer Zug ist ein Opfer der Sturmwarnung geworden, während in Köln die Wagen fuhren. Die Karnevalisten fürchten finanziellen Schaden. Das Land erwartet Großzügigkeit bei den Finanzämtern. Vieles spricht für den 6. März als neuen Termin - die Entscheidung fällt frühestens am Nachmittag.

Erstmals seit 1990 ist in der Landeshauptstadt ein Rosenmontagszug wegen Sturms abgesagt worden. Am Dienstag wollen sich das Comitee Düsseldorfer Carneval (CC) und die Stadtspitze auf den Ersatztermin einigen. Er wird vermutlich nicht im Mai liegen wie vor 26 Jahren. Düsseldorfs Oberbürgermeister Thomas Geisel (SPD) will die Kirchen in die Entscheidung einbeziehen. Vom Kölner Kardinal Rainer Maria Woelki kam bereits Zustimmung, sollte der Zug an einem Fastensonntag ziehen.

Favorit ist aus kirchlicher Sicht der vierte Fastensonntag am 6. März. Er trägt den liturgischen Beinamen "Laetare" ("Freue dich"), da die Mitte der Fastenzeit überschritten ist und Ostern näherrückt. Geisel favorisiert diesen Tag ebenfalls: "Das wäre eine sehr gute Lösung." Der Präsident des linksrheinischen Karnevalsverbandes, Ralf Mühlenberg, geht jedoch davon aus, dass es keinen einheitlichen Nachholtermin für alle ausgefallenen Züge in NRW geben wird - auch in Krefeld, Remscheid und Kleve zum Beispiel starteten die Züge nicht. "Solche Überlegungen hat es jedenfalls bislang nicht gegeben", sagte Mühlenberg.

Der Ersatztermin soll nicht vor Dienstagnachmittag bekanntgegeben werden. Das sagte der Sprecher des Comitee Düsseldorfer Carneval (CC), Hans-Peter Suchand, am Morgen der dpa. Es war angekündigt, die Entscheidung beim Zapfenstreich am Abend bekannt zu geben.

Landesweit fanden wegen der erwarteten Sturmböen rund 30 Karnevalszüge nicht statt. "Dass so viele Züge auf einmal ausfallen, hat es meiner Kenntnis nach noch nicht gegeben", sagte Volker Wagner, Präsident des Bundes Deutscher Karneval, unserer Redaktion.

In Düsseldorf war die Absage am Morgen nach einer Krisensitzung mitgeteilt worden. Nur die zwölf Mottowagen wurden vor das Rathaus gezogen. Die finanziellen Folgen des Ausfalls sind noch nicht klar zu beziffern. Wagner sieht jedoch großen Schaden auf die Vereine zukommen: "Es geht um Sponsoren, die ihr Geld zurückverlangen könnten. Nicht alle Zugteilnehmer sind gegen einen Ausfall versichert."

Das Düsseldorfer CC hat bei der Ergo eine Versicherung abgeschlossen, die Kosten und entgangene Einnahmen bis zu einer Höhe von 500.000 Euro deckt. Ausgaben der mehr als 60 Karnevalsvereine sind damit nicht abgesichert; allerdings haben diese vereinzelt selbst Verträge abgeschlossen, so dass die Gelder für Pferde und Musikkapellen nicht in allen Fällen aufgebracht werden müssen.

Pferde und Kapellen führen die meisten kleineren Vereine ohnehin nicht mit; wenn Wagen und Wurfmaterial noch verwendet werden, wären diese Ausgaben auch nicht umsonst gewesen. NRW-Finanzminister Norbert Walter-Borjans (SPD) rechnet mit der Großzügigkeit der Finanzämter: "Soweit die Sonderlasten einer Zugabsage aufgrund höherer Gewalt nicht ohnehin steuerlich berücksichtigt werden, wird sich die Finanzverwaltung die Einzelfälle mit Sicherheit genau und wohlwollend angucken."

Gesprächsthema war auch, warum in Köln die Wagen fuhren und in Düsseldorf nicht. CC-Sicherheitschef Sven Gerling sagte, die Kölner Wagen seien meist etwas kleiner und mit stabileren Holzgestellen gebaut. So sicher sind laut Wagenbauer Jacques Tilly in Düsseldorf nur die Mottowagen mit ihren Gestellen aus verschweißten Stahlstreben. Tatsächlich verzeichnete der Wetterdienst Meteogroup in Köln schwächere Böen als in Düsseldorf. Während dort zwischen 14 und 16 Uhr mehr als 80 km/h (Windstärke 9) gemessen wurden, kam die stärkste Böe in Köln um 13 Uhr auf 67 km/h.

Hier geht es zur Bilderstrecke: Rosenmontag: Mottowagen ziehen vor Düsseldorfer Rathaus

(RP)