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Düsseldorf: Große Beteiligung beim Dreck-Weg-Tag 2013

Düsseldorf : Große Beteiligung beim Dreck-Weg-Tag 2013

"Weg mit dem Dreck" hieß es bereits zum 15. Mal in der Landeshauptstadt. Beim offiziellen Dreck-Weg-Tag 2013 packten am vergangenen Samstag mehr als 6000 Düsseldorfer mit an, durchkämmten Gebüsche, reinigten Parks und das Rheinufer. Zum ersten Mal wurde auch unter Wasser aufgeräumt: Fünf Taucher säuberten gemeinsam den Kö-Graben.

Und da wurde einiges zu Tage gefördert, was in dem Gewässer nichts zu suchen hatte. Zu den größten Funden gehörten drei Straßenschilder, ein Einkaufswagen und ein Fahrrad. "Man kann deutlich erkennen, auf welcher Seite sich die Banken befinden und wo die Einkaufsstraße mit ihren Diskotheken", sagt Klaus Schneider von den Düssel- Tauchern. "Auf der ,Party-Seite' liegen viele Flaschen und Feierutensilien, aber auch Handtaschen und Portemonnaies." Trotz des vielen Mülls leben im Kö-Graben Fische. "Wir haben Schleien gesehen und andere große Fische, vermutlich Barsche oder Karpfen", sagt Schneider.

Im Hofgarten säuberte das 13-köpfige Team des Melia-Hotels mit Tüten und Handschuhen bewaffnet den Park. "Man findet vor allem Zigarettenpackungen, volle Windeln und Reste vom Standesamt — Sektgläser, Flaschen und Dekomaterial.", sagt Lennart Schlüchtermann vom Melia.

Neu in diesem Jahr war die Sammelaktion vieler Apotheken. Dort konnten Bürger ihre alten, abgelaufenen Medikamente abgeben. "So etwas gehört nicht in den Hausmüll, der für jedermann zugänglich ist", sagt Franz-Josef Cüppers, Vorsitzender des Apothekervereins. "Alte Tabletten, Salben und Pflaster lieber in der Apotheke abgeben, wir entsorgen sie dann fachmännisch."

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"Wir freuen uns über die rege Teilnahme", sagt Ingo Lentz von Pro Düsseldorf. "Der Dreck-Weg-Tag ist nicht tot zu kriegen." Bei dem Aktionstag gehe es in erster Linie darum, das Bewusstsein der Menschen zu wecken. Die Müllproduktion, die Entsorgung und der Umgang mit Abfall sei noch immer viel zu unbedacht.

20 Prozent mehr Teilnehmer gab es im Gegensatz zum Vorjahr — rund 6100 Freiwillige säuberten, sammelten und putzten im gesamten Stadtgebiet. Auch die Menge an Müll sprengte alle Rekorde. Knapp 15 Tonnen, also 15 000 Kilogramm Abfall wurden zusammen getragen. "Das ist natürlich nichts, worauf man stolz sein kann", sagt Björn Becker von der Awista. "Der Müll muss reduziert werden." Die Sammelstellen der Apotheken und auch einige Dreck-Weg-Aktionen in Schulen und Kitas laufen noch bis Ende dieser Woche.

(RP/ac)