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Düsseldorf: Erpressung im Türsteher-Geschäft: Bewährung

Düsseldorf : Erpressung im Türsteher-Geschäft: Bewährung

18 Monate Bewährungsstrafe hat das Landgericht am Mittwoch gegen einen 41-Jährigen für seine Rolle beim Konkurrenzkampf in der Türsteher-Szene verhängt. Dessen Chef, Inhaber eines Unternehmens, das ausgerechnet Sicherheitsdienste anbietet, war Ende 2009 gegen einen Szene-Club im Medienhafen vorgerückt, um die Übernahme der dortigen Türsteher-Dienste zu erzwingen.

Er drohte mit Gewalt, hatte 20 Schläger dabei, darunter auch den geständigen Angeklagten, der jetzt als Helfer beim Erpressungsversuch verurteilt wurde.

Die Macht von Türstehern beschränkt sich nicht darauf, zu bestimmen, welcher Gast das Lokal betreten darf. Um die Schlüsselposition des hausinternen Sicherheitsdienstes in einer Szene-Disco im Hafen zu erobern, soll dem Chef einer "Sicherheitsfirma" jedes Mittel recht gewesen sein. Und laut Geständnis hat der bullige Angeklagte kräftig mitgemischt. So hatte sein Chef 2009 mit Gefolgsleuten eine Party in jenem Club gestürmt und ein heilloses Durcheinander angerichtet. Dem bisherigen Sicherheits-Chef hielt der Angeklagte dabei laut Anklage eine Gaspistole unter die Nase. "Ich hatte die Pistole in der Hand", so der Angeklagte und gab auch zu, dass er wusste: Hier sollte es um eine erzwungene Übernahme des dortigen "Sicherheitsdienstes" gehen.

Auslöser sei gewesen, dass ein Mitglied seiner Truppe nicht in den VIP-Bereich des Clubs gelassen worden war. Darüber habe der Angeklagte mit dem Türsteher-Chef "mal reden wollen". Doch dabei wurde dem bisherigen Türsteher auch gedroht, die Horde der Störenfriede werde "wieder in die Disko einfallen", bis der alte Sicherheits-Chef abgelöst sei. Nur eine Woche später waren erneut 20 Mann der Störer-Truppe aufmarschiert. Doch die Polizei konnte den offenen Konkurrenzkampf um die Türsteher-Positionen gerade noch verhindern. Da der Angeklagte unbescholten war und nur als Helfershelfer agiert hatte, kam er nun mit der Bewährungsstrafe davon. Das hatte auch die Staatsanwältin beantragt.

(wuk)