Düsseldorf Düsseldorfer plant Gala für Ebola-Opfer

Düsseldorf · Mit seinem Verein "Sierra Leone Community NRW" will Abdul-Fadul Kamara eine Spendengala für die Opfer des Virus in seinem Heimatland organisieren. Von dem Geld will er einen Container mit Schutzkleidung nach Westafrika schicken.

Die Kinder aus der Ebola-Klinik in Guéckédou
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Das Land sei einfach nicht genug auf eine solche Ausbreitung des Virus vorbereitet gewesen, sagt Abdul-Fadul Kamara immer wieder. "Wir hatten so lange Krieg in Sierra Leone, das Land war gerade erst im wirtschaftlichen Aufschwung. Da hat niemand an Ebola gedacht", sagt er. Mittlerweile habe das Virus es geschafft, das ganze Land lahmzulegen, "es herrscht nur noch Angst. Keiner geht mehr in die Schule oder arbeiten, weil sich alle vor Ebola schützen wollen. Nichts läuft mehr", sagt Kamara. Um seine Landsleute und die Regierung des westafrikanischen Landes im Kampf gegen die Krankheit zu unterstützen, wollen er und die anderen Mitglieder des Vereins "Sierra Leone Community NRW" nun eine Spendengala organisieren. Die Vorbereitungen darauf laufen im Moment auf Hochtouren, Anfang des nächsten Jahres soll die Gala dann stattfinden.

"Wir haben schon viele Künstler angefragt und am liebsten würden wir in den Robert-Schumann-Saal einladen. Da laufen derzeit die Verhandlungen", sagt Kamara. Geboten werden soll dann ein Abend mit Livemusik, Kultur und Comedy. Das Programm soll launig und kurzweilig sein - trotz des so ernsten Themas. "Wir wollen ja nicht nur, dass die Leute Geld spenden, sondern ihnen auch etwas bieten", so Kamara. Und sie soll den Düsseldorfern auch Berührungsängste nehmen. "Wenn im Moment Leute hören, dass ich aus Sierra Leone komme, werde ich oft gefragt, ob ich Ebola habe. Aber nur weil das mein Heimatland ist, habe ich ja nicht gleich auch Ebola", sagt er. Die Gala solle auch helfen, Vorurteile wie dieses abzubauen.

Wofür sein Verein das durch die Gala eingenommene Geld nutzen wird, weiß Abdul-Fadul Kamara auch schon genau: "Wir wollen Schutzanzüge und Handschuhe, im Grunde genommen alles, was die Krankenhäuser zur Behandlung der Patienten brauchen, anschaffen und in einem Container nach Sierra Leone bringen", sagt er. Durch die Arbeit des Vereins habe er ganz gute Verbindungen zur Regierung - normalerweise versuche er von Deutschland aus, die Wirtschaft zu unterstützen. "Jetzt muss dem Gesundheitssystem geholfen werden", so Kamara. Er selbst lebt seit 1993 in Deutschland, seit 1995 in Düsseldorf und arbeitet im Museum Kunstpalast. Wie die meisten der 100 Mitglieder der "Sierra Leone Community NRW" ist auch der 45-Jährige infolge des Bürgerkrieges in seiner Heimat nach Deutschland gekommen. Doch ein Großteil seiner Familie lebt noch immer in Westafrika und auch ihr zuliebe will Kamara etwas gegen das Virus tun. "Wir telefonieren einmal in der Woche miteinander. Jedes Mal habe ich dann Angst, dass ein Freund oder ein Mitglied meiner Familie krank geworden ist. Bisher ist aber nichts passiert. Ich sage ihnen auch immer wieder, dass sie sich schützen sollen", sagt er.

Die Ebola-Waisen von Sierra Leone
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Ebola: Dallas informiert Nachbarn der Erkrankten
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Dass vor allem Schutzkleidung benötigt wird, weiß Kamara von Ärzten und Krankenschwestern, mit denen er im Kontakt steht. "Sie trauen sich nicht an alle Patienten ran, wenn sie keinen Schutzanzug haben. Und Großteile der Bevölkerung denken deshalb, im Krankenhaus wird ihnen nicht geholfen. Wenn sie erkranken, bleiben sie zu Hause - und sterben." Die Menschen in seiner Heimat müssten den Glauben an das Gesundheitssystem, an die Medizin zurückgewinnen. "Das wollen wir mit unserer Aktion schaffen." So schnell es möglich ist, soll die Benefizgala deshalb stattfinden. "In diesem Jahr wird das leider nichts mehr, Künstler und Räume sind ausgebucht. Im nächsten Jahr soll die Gala so früh wie möglich stattfinden." Eines ist dabei schon jetzt traurige Gewissheit: Ebola wird auch dann noch ein Thema sein.

(lai)