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Düsseldorf: Ausstellung über Forte und Luther

Düsseldorf : Ausstellung über Forte und Luther

Forte-Gesamtschüler beschäftigen sich mit Namensgeber.

Für den 18-jährigen Rudolf Bill war es nicht einfach, zu verstehen, wie kritisch der Namenspatron seiner Schule mit Martin Luther ins Gericht ging. Der Zwölftklässer und seine Mitschüler im Deutsch-Leistungskurs der Dieter-Forte-Gesamtschule erarbeiteten aus Archivmaterial des Heinrich-Heine-Instituts eine Ausstellung, die sich mit dem anspruchsvollen Theaterstück "Martin Luther & Thomas Münzer oder Die Einführung der Buchhaltung" (1970) auseinandersetzt. Das Projekt besiegelt die Kooperation zwischen der Gesamtschule und dem Institut, dass der Klasse Manuskripte, Briefe, Zeitungsartikel und Fachbücher für die Gruppenarbeit lieh.

"Ich bin selbst evangelisch", sagt Bill, für den es gerade deshalb schwierig gewesen sei, sich dem kritischen Standpunkt Fortes anzunähern, den dieser in seinem umstrittenen Theaterstück deutlich machte. Allerdings habe es ihm geholfen, sich einmal selbst in Luther hineinzuversetzen - für eine Videoszene, die die Schüler während der Ausstellung auf Laptops zeigen. Zehn große "Rollups", also leinwandartige Infotafeln, zeigen die von den Schülern zusammengetragenen Zitate, biografischen Details Fortes, die Wirkung seines Theaterstücks auf die zeitgenössischen Rezensenten und Kritiker.

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Mit der Aufführungsgeschichte hatte sich unter anderem der 18-jährige Marvin Coumann beschäftigt, der bei der Recherche verwundert feststellte, dass das für 15 Schauspieler geschriebene Stück in Köln von 90 Darstellern aufgeführt wurde.

Rihab Daoudi (19) hatte sich der Biografie des Autors gewidmet, der noch immer regelmäßig Briefe an die Schule schreibe. Dabei lernte sie, wie aufwendig es sein kann, auch schon vorsortiertes Archivmaterial zu sichten: "Es war sehr viel. Vor allem hat mich gewundert, dass das Heinrich-Heine-Institut zu einem einzigen Thema wirklich alle Artikel und Texte gesammelt hat, obwohl teilweise dasselbe darin stand." Anreiz, sich die Ausstellung anzuschauen, gibt eine App, die sich auch an jüngere Schüler richtet und eine Art Rätsel-Rally durch das Schulhaus darstellt.

Schulleiter Jürgen Weitz sowie Projektleiterin und Deutschlehrerin Nicola Gries-Suffner wollen mit dem Projekt die Identifikation der Schüler mit ihren Namensgeber stärken: "Wenn die Schüler uns verlassen, sollen sie wissen, wer Dieter Forte ist", sagt Weitz.

(bur)